Freitag, 16. März 2018

Böse Geschäfte mit dem Leid der Patienten?

Schulmedizin und Pharmaindustrie böse Geschäfte – alternative Medizin nur gute?


Immer wieder stoße ich in sozialen Netzwerken auf „Meinungsäußerungen“, die der Pharmaindustrie, den Ärzten, der Schulmedizin Geschäftemacherei auch zum Nachteil der Patienten, gar absichtliches Krankmachen aus Habgier zumessen. Es sind meist Personen, die das verbreiten, die bestimmten Denkweisen, alternativmedizinisch, esoterisch u.a.zuzuordnen sind. Irgendwie erscheint es mir, das damit die Geschäfte der Anbieter solcher zu den Denkweisen passenden Heilverfahren gefördert werden (sollen) und die der „schulmedizinischen“, wissenschaftlichen Richtung regelrecht behindert, gar zerstört werden (sollen).

Besonders kritisch kann solche herabwürdigende „Meinungsäußerung“ dann sein, wenn Heilpraktiker oder Heiler,  mit ihren eignen Angeboten von der „Geschäftsschädigung“ der und dem Misstrauen sähen gegenüber dem Heilkundekonkurrenten verdienen (wollen).

Aber auch umgekehrt: Wenn z.B. eine Ärztegruppierung das Bild malt, dass der Heilpraktikerberuf als solcher gefährlich wäre, auch komplementäre und alternative Verfahren, die der Heilkundeauffassung dieser Vereinigung nicht entsprechen, durch Ärzte ausgeführt massiv herabwürdigen, sehe ich neben Unethik auch Tendenzen zu Versuchen, den Wettbewerb zu verzerren. Insbesondere, wenn dabei verschwiegen wird - es müsste diesen Kritikern genau bekannt sein – dass niemand die Erlaubnis bekommen darf, als Heilpraktiker tätig zu sein, wenn dieser nicht in einer fachbehördlichen Überprüfung seiner Kenntnisse und Fertigkeiten gezeigt hat, dass er das notwendige Wissen besitzt um mit seiner Tätigkeit Patienten keinen Schaden zu bringen. Und man muss bei dieser Überprüfung den Eindruck gewinnen, dass der Betreffende sich auch an die Regeln halten wird.

Grundsätzlich weiß man, dass auch in Ärztekreisen die beste Ausbildung nicht dafür schützt, dass „Einzeltäter“ die Regeln verletzten.

Egal in welche Richtung man schaut: „Bösewichte“ die ähnliches Bösen tun, so diffamieren, gibt es auf allen Seiten, auch Geldgier und Betrügereien.

Damit man vielleicht etwas mehr die Hintergründe finden kann, auf denen tatsächliche und scheinbare Missstände entstehen und fortbestehen, gebe ich mit meinen Worten aus meiner Sicht einige Informationen und Interpretationen.


Im deutschen Gesundheitswesen gibt es mehrere Teilbereiche. Der eine ist die Ausübung der Heilkunde, das, was Ärzte und Heilpraktiker tun. Dieser Bereich hat maßgeblichen Einfluss auf gesundheitswirtschaftliche Aspekte und auch die Lage der Kranken- und Pflegekassen. Die Heilkunde bestimmt wesentlich mit, was Apothekern und Pharmafirmen verdienen können, Medizingeräte- und Medizinproduktehersteller und – Händler umsetzen und auch Heilmittelerbringer an Einnahmen erzielen. Empfehlungen und Verordnungen der Heilkundeausübenden lenken den Konsum.

Deswegen sind die Heilkundeausübenden Ziel der „Verkaufsförderung“ solcher Waren und Dienstleistungen. Dem Gesetzgeber ist genau diesen Problem bekannt, er will jedoch, dass sich die genannten Bereiche frei bewegen dürfen und erhofft, dass der Markt dafür sorgt, dass die Preise niedrig und die Qualität und Vielfalt der Produkte riesig sind.

Das war nie als wirklich erfolgversprechend zu erwarten. Eine Firma, ein Betrieb muss zunächst seinen wirtschaftliche Erfolg, Umsatz, Kapitalrendite sehen, es könnte sogar als Untreue gewertet werden, wenn die Geschäftsführung dieses nicht so intensiv verfolgt, wie möglich. Da sind viele Mittel recht und nicht ausdrücklich verboten. Was nicht ausdrücklich verboten ist wird gemacht. Ethik und Moral werden dabei nicht als Hinderungsgrund betrachtet. Und Firmen, die Arzneien, Hilfsmittel, Apparate herstellen und verkaufen üben nicht die Heilkunde aus.

So entscheidet eine Pharmafirma selbst, welche Forschung für welche Medikamente sie betreibt und was sie überhaupt herstellen und verkaufen will. Es ist durchaus nicht unüblich, wenn da die eine Firma auf Geschäftsbereiche verzichtet, die eine andere pflegt. Wettbewerb ist dann anders, doch solange nicht nachgewiesen wird, dass dahinter konkrete Absprachen oder gar Marktaufteilungen stecken, muss man nach der Unschuldsvermutung daran festhalten, dass alles nicht „böse“ gemeint ist und gegen Kartellregeln verstößt.

Das Regulativ soll aus der Heilkunde, konkret der ärztlichen, kommen. So die Hoffnung auf absolute Grundehrlichkeit und Moralität dieses Kreises nur wirklich Nötiges und Sinnvolles zu empfehlen/verordnen. Zwar sind da einige (wenige?) negativ aufgefallen, aber insgesamt darf man alle nicht „verdammen“.

Zu den Ärzten:

Die ärztliche Tätigkeit ist reglementiert. Alle Ärzte müssen Mitglieder sein einer öffentlich rechtlichen Körperschaft, der/den Ärztekammer/n. Der Gesetzgeber hat die Befugnisse erteilt, verbindliche Regeln, Ordnungen aufzustellen, mit Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen, bis hin zu berufsgerichtlichen Verfahren und dem Approbationsentzug. Der Gesetzgeber hat dieser Selbstverwaltung auch die Aufsichtsbefugnisse und -pflichten übertragen.

In der/den Ärzteberufsordnung/en ist vorgegeben, dass der Arzt nur im Sinne und zum Nutzen des Patienten handeln darf. Interessen von Dritten dürfen dabei nicht einfließen und die Handlung des Arztes lenken.So dürfen keine Vergütungen für den Einsatz bestimmter Mittel, auch nicht unentgeltlich, entgegengenommen werden.

Dass Vergütungen, Provisionen, von Verkäufer- oder Herstellerseite als Anreiz angeboten werden, kann die Ärzteordnung nicht verbieten. Sie kann nur verbieten, dass der Arzt dem folgt und solche Angebote annimmt.

Dem Arzt ist nicht erlaubt, neben den Honoraren, die er vom Patienten (Kassen) erhält mit der jeweiligen Behandlung weiter Geschäfte zu machen, erst recht, wenn der Patient nichts davon erfährt. Wenn z.B. Provisionen von z.B. Labors gezahlt wurden an den Arzt, die dann unerkennbar in der Patientenrechnung einbaut wurden und von diesem oder seiner Krankenkasse unwissend bezahlt wurden, so wurde das schon als Betrug gewertet und auch Sanktionen gegen den Arzt verhängt. Doch muss es bekannt werden und gerichtsfest nachweisbar sein – Aufgabe der Staatsanwaltschaften und in deren bewertendes Ermessen gelegt.

Allerdings können durchaus Ausnahmen gemacht werden und es sind „schwammige“ Formulierungen da. (s.u.)

Das kann/konnte schon mal dazu führen, dass Misstrauen gegen die Selbstverwaltung aber auch den Staat und die verantwortlichen Politiker entstand.

Zwar hat der Gesetzgeber reagiert, weil die Selbstverwaltung scheinbar nicht durchschlagskräftig genug sein konnte und hat das Strafgesetzbuch um einen Tatbestand erweitert: § 299a
Bestechlichkeit im Gesundheitswesen https://dejure.org/gesetze/StGB/299a.html , doch ob der erleichtern kann entsprechende Handlungen letztlich zu entdecken und aufzuklären, muss sich noch zeigen. Die Diskussion, ab wann denn solche Bestechlichkeit beginnt, zeigt schon, welche „Nischen“ gefunden werden können, in denen es sich gut ruhen lässt.

Wie in vielen Bereichen läuft der Staat der Findigkeit der Täter hinterher.

Der Beruf des Arztes (als Freiberufler, nicht als Angestellter, da erst recht) ist im Grunde beschränkt, was das durch Ausübung der Heilkunde als solche verdient werden kann. Auch das hat der Gesetzgeber so gewollte, um jedem Bürger einen gleichen Zugang zur Heilkunde zu ermöglichen und Krankenkassen nicht zur beliebig zu nutzenden Melkkuh werden zu lassen.

Es gibt auch für Privatpatienten eine Gebührenordnung. Ordnung besagt, dass diese verbindlich ist. Da ist die ärztliche Tätigkeit in viele (sind es inzwischen über 8.000?) einzelnen mit Ziffern versehene Verrichtungen aufgegliedert, denen ein Preis/Punktwert zugeteilt ist. Es ist auch geregelt wann oder wann nicht mit oder nicht mit anderen berechnet werden dürfen.

Den „Preisen“ liegen Schätzungen oder den dazu notwendigen durchschnittlichen (Zeit)Aufwand zugrunde. Da in einer bestimmten Zeit durch einen Arzt nur eine begrenze Anzahl von Handlungen durchgeführt werden können – außer man pfuscht – ist damit im Grunde das erzielbare Einkommen nicht nach oben offen. Diese Beschränkung kennt jeder, der seine eigene Praxis betreiben möchte. Jedoch sind auch „freie“ Honorarvereinbarung nicht (ganz) ausgeschlossen.

Angestellte Ärzte sind mit ihren Einkommensmöglichkeiten daran gebunden, was der Arbeitgeber an eigene Gewinnwünschen hat und was er an Löhnen abgeben möchte. In der Heilkundeausübung, z.B. als Krankenhaus(chef)arzt gelten inzwischen Bezahlungen, die sich am Umsatz, der Menge der Verrichtungen an Patienten orientieren, als zumindest möglicherweise gegen die Berufsordnung verstoßend. Entsprechen möchten die Ärztekammern Verträge vorgelegt bekommen, um die dahingehend zu prüfen. Zu Selbstverwaltung und deren Problemen habe ich meine Meinung schon geäußert.

Also so richtig „steinreich“ kann man nur mit der Ausübung der Heilkunde nicht werden. Dazu braucht es Nebengeschäfte, z.B. Beraterverträge mit Firmen auch aus dem Medizinbereich,
Vortragstätigkeiten, auch nicht streng genommen Heilkundeausübung wie Schönheitsoperationen, Kosmetik oder auch Leistungsförderung im (Spitzen)Sport.


- Ärztinnen und Ärzte haben ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ih-
nen bei ihrer Berufsausübung entgegengebrachten Vertrauen zu entspre-
chen. Sie haben dabei ihr ärztliches Handeln am Wohl der Patientinnen und
Patienten auszurichten. Insbesondere dürfen sie nicht das Interesse Dritter
über das Wohl der Patientinnen und Patienten stellen.
...
Unvereinbarkeiten
...
- Ärztinnen und Ärzten ist neben der Ausübung ihres Berufs die Ausübung ei-
ner anderen Tätigkeit untersagt, welche mit den ethischen Grundsätzen des
ärztlichen Berufs nicht vereinbar ist. ...
- Ärztinnen und Ärzten ist untersagt, im Zusammenhang mit der Ausübung ih-
rer ärztlichen Tätigkeit Waren und andere Gegenstände abzugeben oder un-
ter ihrer Mitwirkung abgeben zu lassen sowie gewerbliche Dienstleistungen
zu erbringen oder erbringen zu lassen, soweit nicht die Abgabe des Produkts
oder die Dienstleistung wegen ihrer Besonderheiten notwendiger Bestandteil
der ärztlichen Therapie sind. …
- Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, in allen vertraglichen und sonstigen beruflichen Beziehungen zu Dritten ihre ärztliche Unabhängigkeit für die Behandlung der Patientinnen und Patienten zu wahren.“
aber auch:

Ärztinnen und Ärzten ist es nicht gestattet, von Patientinnen und Patienten
oder Anderen Geschenke oder andere Vorteile für sich oder Dritte zu fordern
oder sich oder Dritten versprechen zu lassen oder anzunehmen, wenn hierdurch der Eindruck erweckt wird, dass die Unabhängigkeit der ärztlichen Entscheidung beeinflusst wird. Eine Beeinflussung ist dann nicht berufswidrig, wenn sie einer wirtschaftlichen Behandlungs- oder Verordnungsweise auf sozialrechtlicher Grundlage dient und der Ärztin oder dem Arzt die Möglichkeit erhalten bleibt, aus medizinischen Gründen eine andere als die mit finanziellen Anreizen verbundene Entscheidung zu treffen.

Viel Spielraum?

Alles klingt gut. Der Arzt wäre derjenige, der unabhängig von Interessen Dritter und ohne irgendwelche Vorteile durch diesen anzunehmen nur das Verordner und anwendet, was tatsächlich im Sinne des Patienten notwendig ist und auch nicht um sein persönliches Einkommen zu erhöhen Unnötiges macht. Das wäre ein gutes Regulativ gegen die freien Marktinteressen der Arzneianbieter usw. Nur: Ärzte sind auch nur Menschen und haben persönliche Interessen …. Auch in der Berufsaufsicht sind Menschen tätig mit all den Fehlern und Eigeninteressen.

Da wäre für den Gesetzgeber vielleicht doch noch so manchen zu regeln, um Patientensicherheit (für unnötigen Behandlungen) und Wirtschaftlichkeit sicher zu stellen. Doch es gibt die Gesundheitswirtschaft, die in (anderen) Teilbereichen des Gesundheitssystems durchaus Gewicht hat. Das Gesundheitsministerium ist kein HEILKUNDEMINISTERIUM.


So müssen manche Kritiker, die Selbstbedienung verschiedener Beteiligter in unserem Gesundheitssystem sehen, auch zum Patientennachteil, einfach hinnehmen, dass man nicht auf der einen Seite Freiheit, auch in der Therapie, Forschung, Wissenschaft verlangen kann und auf der anderen das gesamte Gesundheitssystem in Zwangsjacken stechen kann. Auch ich bedaure viel an Fehlentwicklung, spreche es an, sooft es geht, auch wenn man es nicht hören will. Doch handeln müssen dann Menschen in der Politik, die nicht meiner Meinung sein müssen.


Heilpraktiker

Diese haben keine staatlich vorgegebene Ausbildung, die einen Qualitätsmaßstab für ihren heilkundlichen Nutzen bieten kann. Was er wie und bei wem mit welcher Qualität lernt, ist freigestellt. Die Hürde zur Tätigkeitserlaubnis, an der viele scheitern, ist dann die Überprüfung durch die Gesundheitsämter. Das ist vom Gesetzgeber so gewollt und bisher ist das alte Gesetz auch nicht entsprechend geändert worden. Es ist nur den Bedingen angepasst anzuwenden, die das Grundgesetz liefert.

Folge: Gesetzliche Krankenkassen dürfen deren Leistungen nicht Erstatten, weil ja der notwendige Nachweis des Nutzens und er Qualität nicht erbracht ist.

Für Heilpraktiker gibt es niemanden, dem der Gesetzgeber (öffentlich rechtliche) Befugnisse gegeben hat, verbindliche Berufsregelungen zur Heilpraktiker zu erlassen. Er selbst hat auch keine Berufsregeln aufgestellt. Es gelten nur die allgemeinen Gesetze. Jeder Heilpraktiker ist einzelner freier „Unternehmer“. Zusammenschlüsse dürfen zwar privatrechtlich sein, aber daraus dürfen keine Verhaltens- oder Preisregelungen getroffen werden, die für Heilpraktiker verbindlich sind.
Er darf im Rahmen seiner Tätigkeitserlaubnis alles anwenden, wozu er in der Lage ist, das gefahrlos für Patienten zu tun. Therapiefreiheit. Nur wenige Gesetze beschränken hier.

Eine GebührenORDNUNG, die verbindlich ist gibt es nicht. Es gibt auch kein verbindliches Ziffernsystem. Wenn private Krankenkassen und Beihilfestellen Ziffern eines rein orientierenden unverbindlichen Gebühren VERZEICHNISSES anerkennen bzw. zu Grunde legen, ist auch das reine Privatsache zwischen dem Versicherten, der die Rechnung einreicht, und dem Versicherer.

Eine Berufsordnung, die verbindlich für Heilpraktiker insgesamt ist, existiert nicht. Auf privater Ebene haben private Vereine solche für ihre Mitglieder erstellt. Wenn die sich nicht daran halten wollen, nutzen Sanktionen im Verein auch nichts, man tritt aus und dem Verein aus und dem gehen Beiträge verloren (aus denen auch die Funktionärstätigkeiten irgendwie vergütet werden).

Der Bestechlichkeitstatbestand nach §299a StGB (s.o) gilt für Heilpraktiker ohne staatliche Ausbildung und Prüfung nicht. Es steht im Grunde jedem Heilpraktiker frei, nebenher (mit dem Vertrauen des Patienten) Geschäfte zu machen und auch aus der Behandlung des Patienten zusätzlichen Nutzen zu ziehen. Es muss nur für den Patienten erkennbar sein und seine Zustimmung haben, wenn in der Abrechnung mit dem Patienten Beträge enthalten sind, die der Heilpraktiker als Boni o.ä. von Dritten erhalten hat (s.o), so Provisionen für Zuweisungen an andere Leistungserbringer im Behandlungsfall (z.B. Labor). So sehe ich das.

Auch Zuwendungen anzunehmen dafür, dass bestimmte Arzneien oder Medizinprodukte vom Patienten gekauft werden, ist dem Heilpraktiker nicht wirklich verboten. Der Patient kann zwar aus dem Behandlungsvertrag (Dienstleistungsvertrag) erwarten, dass nach bestem Gewissen und Wissen nur das gemacht und empfohlen wird, was nach Stand der Dinge nötig und sinnvoll ist. Doch was ist Wissen und Gewissen? Der Patient muss doch wissen, dass für Heilpraktiker andere Regeln gelten, als für Ärzte und durchaus „besondere“ Ideen und Wissensstände angeboten werden.

Im Grunde wäre es viel leichter, dass Heilpraktiker „mit dem Kranksein der Patienten zu ihrem Vorteil Einkünfte lenken“, als im Bereich der „wissenschaftlichen Schulmedizin“.

Es gibt es viele Anbieter von Arzneien, Medizingeräten (auch zur Anwendung (Kauf mit Provisionen für den Empfehlenden) durch den Patienten) Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, Kursen, privaten Kuren usw. die auch im Heilpraktikerfeld, der komplementären und alternativen Medizin überhaupt, tätig sind. Drunter sicher auch welche, die ihre Geschäfte mit Hilfe von Heilpraktikern „fördern“ möchten. Der Heilpraktikerberuf im Sinne nur von Heilkundeausübung, bringt gemäß den statistischen Erhebungen viel mehr als der Hälfte der Tätigen kaum auskömmliches Einkommen, ohne Chancen für Altersrücklagen. Auch die, die gerade genug haben, werden typischerweise nicht wohlhabend. Das sind nur sehr wenige von den inzwischen rund 40.000 Personen mit Heilpraktikererlaubnis. Da kann die Verlockung groß sein, Zusatzeinkommen zu erlangen und auch die eigenen Angebote besonders „herauszustellen“. Werbebeschränkungen - wie bei Ärzten - existieren keine speziellen neben dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und dem Heilmittelwerbegesetz.


Schulmedizin und Pharmaindustrie böse Geschäfte – alternative Medizin nur gute? Ich glaube, es ist in allen Bereichen die gleiche Vorsicht und immer eine gutes Maß an Misstrauen nötig. Insbesondere, wenn die eine Seite die andere schlecht machen möchte.

 
Auch bei Ärzten, deren Berufsausübung reglementiert ist, hängt es von den Einzelpersonen ab, wie diese die Regeln zu ihren Gunsten auslegen oder einfach nicht beachten. Bei Heilpraktikern, bei denen alle Regeln zur Berufsausübung nur „private unverbindliche Vorschläge“sind, ist es noch einfacher, nur zu tun, was einem selbst „behagt“. Man ist angewiesen darauf, wie sich die jeweilige Einzelperson entscheidet – zu Gut oder zu Böse.

Die Welt der ideologischen Pauschalablehnung der etablierten Richtung und die „skrupellose“ Durchsetzung der eigenen (wirtschaftlichen) Interessen, ist gerade durch das Internet kaum in angemessene Bahnen zu halten oder zurück zu lenken.


Copyright K.-U.Pagel 03.2018, leicht bearbeitet 12/19



Montag, 16. Oktober 2017

Wer verdient an der Krankheit anderer oder an geschürter Krankheitsangst?

Wer verdient an der Krankheit anderer oder an geschürter Krankheitsangst?

Der, der mit "Informationen" zu gesundheitlichen Themen agierend Verunsicherungen schafft, erst überhaupt den Gedanken aufbringt, Gesundheit könnte gefährdet sein und/oder mit rein spekulierten Aussagen über "Wundertherapien" ohne große Nebenwirkungen Hoffnungen schürt, vielleicht gar nicht vorhandene Krankheiten zu heilen oder gar Krankheiten vorzubeugen (aufgrund vielleicht unbelegter Theorien entstehend), die man gar nicht bekommen. Auch ohne "Vorbeugung" nicht.

Aber: Bei erdachten Gefahren ist es leicht, zu behaupten, eine käuflich erworbene Vorbeugungsmaßnahme hätte gewirkt.

Wer dann darauf basierend etwas vermarktet, seien es Waren seinen es (Behandlungs-) Dienstleistungen, der verdient daran.

Der echte Heilkundler schafft seine Nachfrage nicht selbst. Sie entsteht aus der „Natur“. Auch angebliche Zivilisationskrankheiten entstehen daraus, was die Natur auf die „Zivilisation“ antwortet. Kommt man, warum auch immer, aus dem Gleichgewicht dessen, was die Natur fordert und bietet und dem,was man mit seinem Organismus unnatürlich gegen diese zyklischen Naturgesetze (s. Jahreszeiten mit verschiedenen Anforderungen an die Anpassung) macht, sind über kurz oder lang natürlicherweise Krankheiten vorprogrammiert. Das ist eine Programm der Natur, die sich so gegen „Menschenwerk“ und zu viele Menschen schützt.


Der Heilkundler erfindet keine Krankheiten oder angeblich krankhafte Zustände (Stoffwechselbedingungen), die er dann mit nicht belegten Diagnostikmethoden zu beweisen angibt. Oder mittels willkürlichen "Normwerten" begründet. Das macht der Gesundheitsgeschäftemacher. Er, der Heilkundler,  macht das, was nötig ist und am angemessendsten erscheint, mehr nicht.

Die Frage: "Darf's noch etwas Entgiftung mehr sein? Eine Wohlfühlbehandlung dazu vielleicht?" gehört in den Krämerladen, nicht in die Heilkunde.

Aus meiner Praxis kann ich sagen, dass inzwischen viele kommen, die aufgrund von irgendwelchen Blogbeiträgen und Gesundheitsaufklärungsbeiträgen (auch von Heilpraktikern) an sich im Rahmen des individuell Angemessenen auftretende Missempfindung als beunruhigende "Krankheitszeichen" bewerten (Placeboeffekt - hier Noceboeffekt solcher "verkaufsgerichteter Informationen"), Rat suchen, um wieder zu sich zu finden, ihr Vertrauen in ihre Selbstregulation wieder herstellen müssen.

Sie gehen dann nach ausschließender Diagnostik (valider Natur) ohne Zusatzkäufe und Folgekosten in Wellness und Lifestyle "geheilt" nach Hause. "Krank" waren sie wegen der "Informationsviren" in ihren Köpfen, die erst das Gefühl krank oder krankheitsbedroht zu sein, auslösten.

Wer sein Leben verbessern will, vielleicht dadurch mehr Erfolg und auch Geld und Geltung erreichen will, ist nicht krank. Er braucht keine Heilkunde. - Vielleicht doch, wenn das Ausdruck einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung ist. Wer versuchen will, die (seine) Natur zu überlisten und unendlich alt werden will ohne so zu wirken, der verkennt wohl die Regeln der Natur. Diese bietet nur begrenzten Lebensraum. Je älter Menschen werden umso weniger Raum besteht für zusätzliche neue. Lernen wir doch endlich mal daraus, was (in Europa) die Natur uns zeigt: mehr Wohlstand und verlängerte Lebenserwartung, umso weniger und schlechterer Spermien beim Mann.

Und dazu dann auch die an den erwünschten Lebensstandard und die Karriereplanung orientierte Empfängnisverhütung“ der Frauen. Sex nicht mehr zur Fortpflanzung, neues Leben an die Stelle vergangenen alten Lebens zu setzten, sondern aus Bestandteil des Lebensgenusses derer die auch als Alte nicht zugunsten der Kinder verzichten wollen.

Schauen wir hin: Immer mehr Menschen brauchen immer mehr Nahrung, auch im Winter. Also entsprechend große Überschüsse der Ernten, um für Mangelzeiten vorzubeugen. Wenn das fehlt, sterben mehr Menschen an Krankheiten und Mangel, als wenn entsprechende Überschüsse eingelagert werden konnten.

Dazu braucht es Technologie: Landwirtschaft mit überschießenden Erträgen, mit möglichst viel Ertrag pro Hektar Fläche. Das bedeutet aber, dass mehr Nährstoffen für die Pflanzen (Phosphor, Stickstoff, auch Spurenelemente von an sich giftigen Schwermetallen, in die Böden müssen: Düngen, düngen, düngen – bis das Grundwasser stinkt.

Und dann: Größere Erträge verlangen höheren Einsatz bei Saat und Ernte – Maschinen, wo immer es geht. Maschinen brauchen passen gemachte Äcker, ohne dazwischen wachsendes „Unkraut“, was ja auch Raum und Nährstoffe benötigt. Also Unkrautvernichtungsmittel. Bis das Trinkwasser danach schmeckt und Hoden und Eierstöcke der Menschen „austrocknen“.

Tierische Schädlinge müssen weg. Käufer, Raupen, aber auch Wildschweine, Rehe, Saatkrähen usw.
Also Gift gegen Insekten und Blei aus Gewehren gegen Wildtiere. Nun, wenn auch Bienen sterben, was soll's. Honig hat ja viel zu viel schädlichen Zucker. Und Wildfleisch kann man essen. Die Gentechnik wird bald selbstbestäubende Nutzpflanzen bieten.

Und ein riesiges Geschäft kommt dazu: Man wettert gegen die böse Industrie, die profitgeilen Bauern und Tiermäster. Da verkaufen sich so manche Zeitschriften gut und Vereine sammeln Spenden. Angeblich Immer nährstoffärmere Pflanzen (wo geht die ganze Düngung dann hin und wovon wachsen die und bringen hohe Erträge?) erfordern immer mehr Nahrungsergänzung. Die vielen Gifte verlangen viele Entgiftungskuren (Detox). Natürliche "Unveträglichkeiten" von Nahrungsmittel (nicht jeder verträgt jedes, wir sidn vrschieden) werden geradezu zu Volkskrankheiten erklärt - und Märkte geschaffen. Auch für angebliche Diagnostikmethoden. Wer dann entsprechende Informationen (Gesundheitsaufklärung) macht, kann in seinen Beiträgen auch bezahlte Werbung für solche Produkte und Dienstleistungen platzieren.

Wer verdient an den angebliche Krankheiten?

Copyright K.-U.Pagel 10/2017

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Der Heilpraktikerberuf – die Heilpraktikerschwemme – das Dilemma mit der Ausbildung

Der Heilpraktikerberuf – die Heilpraktikerschwemme – das Dilemma mit der Ausbildung


Ein „alter“ Heilpraktiker, der seit den 1980er Jahren dabei ist, erinnert sich und trägt seine Sicht vor:

Es gab schon immer die „Heilkundigen aus dem Volke“, die ohne akademische Ausbildung, ohne Abitur, oft aus einfachen Schichten stammen, nicht selten in gewisser Weise Außenseiter waren, und eine einfache Art der Heilkunde mit relativ einfachen Mitteln, teils auch „magisch“ rituell begründet, betrieben. Daneben gab es den Stand der „Ärzte“. Ein Vertreterin der „einfachen“ Heilkunde ist die Nonne, später Äbtissin, Hildegard von Bingen. Es gehören dazu der Furhmann Priestnitz (mit seinen Wickeln), Pfarrer Kneipp, Lehmpastor Felke.

Im deutschen Reich ab ca. 1860 durften solche Nichtärzte ihre Heilkunde als Gewerbe anbieten, die Gewerbeanmeldung reichte. Man hatte damals, besonders als prominenter Heilkundler wie Felke und Kneipp, immer wieder „Helfer“ die sozusagen in Ausbildung waren und dann mit dem Wissen selbst tätig wurden. Die wiederum hatten eigene „Auszubildende“, die dann auch das Wissen weiter anwendeten. Sicher hatte man durch diese „Ausbildungstätigkeit“ Vorteile, auch geldlich.

Es gründeten sich Vereine, die als Ziel hatten, die jeweiligen Heilweisen auch unter Laien weit zu verbreiten. Es gab Naturheilbünde verschiedener Art. Heute gibt es z.B. noch immer die Kneippvereine in vielen Städten.

Beargwöhnt, auch manchmal beneidet wurden solche Personen häufig durch Ärzte. Scharlatanerie wurde ihnen vorgeworfen, Anzeigen wegen Kurpfuscherei erstattet. Auch Kneipp und Felke waren dem ausgesetzt und hatten sich erfolgreich, auch mit aufzeigen ihres Wissens und Könnens, dagegen wehren können. Kneipp musste sich mit „Dienstaufsichtsbeschwerden“ bei seinem Dienstherren, der katholische Kirche abgeben, der Pastor Felke legte (nicht nur deswegen) sein evangelisches Pfarreramt nieder.

Schon das Parlament im letzten Kaiserreich beschäftigte sich damit, wie diesen Menschen, die neben der ärztlichen Medizin tätig waren, das Gewerbe zu verbieten sein könnte. Ohne wirkliche Idee. Auch ohne Grundgesetz sah man keinen Sinn im Gewerbeverbot. Auch, weil man das Abwandern in die Illegalität erwartete. Denn man kann dem Menschen nicht verbieten, sich da und damit Hilfe zu suchen, von dem er sich etwas verspricht oder erhofft.

In der Weimarer Republik waren weitere Vorstöße vergeblich und endeten am selben Punkt: Solange noch ein offenes Gewerbe ausgeübt wird, ist eine gewisse Kontrolle noch möglich.

Die politischen Verhältnisse nach 1933 mit dem Überwachungs- und Repressionssystem Diktatur ähnlicher Art, schufen eine neue Basis. Nachdem man nach und nach die tätigen Heilkundler nichtärztlicher Art und auch die Vereine in den von der NSDAP in München gegründeten „Reichsheilpraktikerbund“ drängen und so kontrollieren konnte, war die Vorbereitung für den Erlass eines Heilpraktikergesetzes Februar1939 erledigt.

Kernpunkt: Die Ausübung der Heilkunde ohne ärztliche „Bestallung“ wurde unter Erlaubniszwang gestellt und die Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ verbindliche eingeführt. Jeder, der bereits tätig war und es bleiben wollte musste diese Erlaubnis beantragen. Zunächst bis zum April 1939, also in kurzer Frist. Diese wurde mehrfach verlängert. Vor allem war die persönliche „Eignung“ zu prüfen, Staatsbürgerschaft, strafrechtliches und politisches Verhalten. Erst 1941 wurde die Überprüfung der Kenntnisse und Fertigkeiten für die Personen, die dann noch die Erlaubnis beantragten eingeführt. Das war, als im Osten und Westen neue Gebiete dem Reichsgebiet angeschlossen wurden. Dar Neuzugang war so erheblich erschwert (Überprüfung in der Hand von lokalen Amtsärzten war recht „subjektiv und willküranfällig“). Dazu war es möglich, bereits tätige (unerwünschte Personen) Heilpraktiker mit dem Verdacht, es würden Kenntnismängel bestehen, dieser Überprüfung nachträglich zu unterziehen und diesen dann „loszuwerden“.

Anträge durften auch Personen innerhalb der Frist stellen, die eine Ausbildung bei einer Schule des Reichsheilpraktikerbundes (keine andere Ausbildung) besuchten. Besitzstandswahrung war auch damals gesetzgeberische Pflicht.

Nach Fristablauf, zuletzt im Jahre 1941, war keine Erlaubniserteilung mehr möglich. Der neu geschaffene Beruf hatte so keine Zukunft mehr, wenn die dann Tätigen „ausgestorben“ sein werden.

Dennoch hatte das Gesetz und seine Ausführungsverordnung dazu (damals die 1.) Ausnahmen vorgesehen, für Menschen, die nachzuweisende Heilbegabung hatten und nicht ein Medizinstudium machen konnten. Praktische Ausbildung mit „Erfolgsnachweisen“ in Kliniken über eine Mindestzeit war Voraussetzung. Die Personen (es gab wohl nie eine solche) hatten dann als Naturheilkundeärzte zu firmieren und der Ärztekammer beizutreten.

Nach dem Kriege gar es wenige noch tätige Heilpraktiker und es kamen zunächst keine neuen mehr hinzu. Das Grundgesetz mit seiner Berufsfreiheit brachte die Regelungen, über die dann 1956 im Klageweg wieder der Berufszugang erstritten wurde.

Es waren nur wenige, die den Weg in den weitgehend unbekannten Beruf suchten und die damals recht einfache Hürde der Überprüfung (es waren vor allem mehr oder minder Willkürgründe in völlig ungeregelten örtlich verschieden gehandhabten Verfahren, die hinderten) genommen haben.

In vielen (Verwaltungs-)Gerichtsverfahren wurde und wird bis heute daran gearbeitet, was denn in welcher Weise an notwendigem Wissen und Fähigkeiten in den Überprüfungen als zur Gefahrenabwehr nötig abgefragt werden darf. Es bildete sich so über Jahre ein gewissen Standard an abzufragendem Wissen. Da die Länder für ihren Bereich zuständig sind und dort die jeweiligen Amtsärzte in den lokalen Gesundheitsämtern die Entscheidenden waren, war bisher eine bundesweite Standardisierung nicht zu erreichen. Ende 2016 hat der Bundesgesetzgeber (Heilpraktikergesetz ist Bundesgesetz, ausführende die Länder nach eigenen Regeln) den Ländern vorgegeben Leitlinien für die Überprüfung zu erarbeiten, die bis zum Jahresende 2017 vorzuliegen haben. An denen können sich die Länder orientieren – müssen aber nicht. In den 90er des letzten Jahrhunderts haben einige (südliche) Bundesländer gute Vorarbeit geleistet, indem sie sich auf ähnliche Verfahren und einen Fragenkatalog einigten, der freiwillig genutzt wird.

In den 70ern des letzten Jahrhundert wurde der Heilpraktikerberuf durch regelrechte Kampagnen in den Boulevardblättern bekannt und interessant. Ein ehemaliger leitender Bertelsmann (Verlag mit vielen buten „Blättern“) Manager hatte die Heilpraktikererlaubnis erhalten und war nach Ausscheiden bei Bertelsmann tätig geworden: Dr. jur. Manfred Köhnlechner.

Dazu



Die Berichte in verschiedenen Medien über seine „Erfolge“ und viele Prominenten, die durch ihn angeblich geheilt wurden, machten die „alternative Medizin“ und den Heilpraktikerberuf breit bekannt.

Es entwickelte sich bald ein neuer Markt: Ausbildungen zum schönen, erfolgreichen Beruf des Heilpraktikers, schnell und nebenher.

Es gab noch immer vereinzelt mal Menschen, die bei einem der wenigen Heilpraktiker praktisch Wissen erwarben. Es gab Heilpraktikerschulen, vor allem des großen Heilpraktikervereins „Deutsche Heilpraktikerschaft e.V.“ als Nachfolger der 1939 aus dem Reichsheilpraktikerbund umbenannten „Deutschen Heilpraktikerschaft e.V.) als öffentlich-rechtlich.befugtem Zwangsmitgliedschaftsverein für alle damals tätigen Heilpraktiker. Er hatte zwar 1945 durch das sogenannte „Überleitungsgesetz“ der Alliierten als nationalsozialistische Gründung und Mitläufer alle öffentlich-rechtlichen Befugnisse (die in der alten Durchführungsverordnung festgehalten waren) verloren, trat aber immer noch quasi als „Alleinherrscher“ auf. Die Ausbildungen waren ganztägig, dauerten 3 Jahre und waren mit großem Qualitätsanspruch versehen. Damit im Grunde eine hohe Hürde für Menschen, die in dem Beruf wollten (und nicht ohne Vorbereitung die Überprüfung angehen wollten). Der Verein musste sich wegen Wettbewerbsklagen anderer Vereine umbenennen. Heute ist es der Fachverband Deutscher Heilpraktiker FdH e.V. und er betreibt noch immer seine anspruchsvollen „Vollzeitausbildungen“ in verschiedenen Bundesländern.

Im Zuge der „Popularitätsoffensive“ Dr. Köhnlechners wurden nun daneben weitere Ausbilder aktiv, die mit weit kürzeren Ausbildungen, geringerem Umfang der Ausbildung und in viel kürzerer Zeit nebenberuflich (einmal Unterricht die Woche) auf die Überprüfung vorbereiten wollten.

Die wohl damals wichtigste war das „Münchner Heilpraktikerkolleg GmbH, (Sitz München) mit einer wachsenden Zahl an Filialen über das Bundesgebiet. Mit Anzeigen im SPIEGEL wurde bundesweit um Schüler geworben. Die Firma musste sich aus Wettbewerbsgründen umbenennen, heute als Deutsche Paracelsusschulen bekannt.

Damals um 1980 gab es heftige Diskussionen über solche „Schnell- und Kurzausbilder“, die in größeren Mengen (es waren nicht wirklich viele im Vergleich zu heute) neue Berufszugänger auf den Markt brachten. 1980 waren es ca. 7.000 Heilpraktikerpraxen im gesamten Bundesgebiet, 2000 rund 13.000. Die Zahl ist längst nicht mit der Zahl der Heilpraktiker- Erlaubnisinhaber gewachsen, weil viele erst gar nicht den Praxisstart wagten oder gleich wieder aufgaben. Doch hatten diese den Gewinn der Ausbilder – es gab immer mehr auf dem Markt – gesichert.

Etwa 1980 war die Diskussion unter den wenigen (unter 5) Heilpraktikervereinen groß, wie mit diesem Phänomen, der „massenweise“ schnell ausgebildeten Konkurrenten umzugehen sei. Schnell war das als Hauptargument ausgemacht, was in den Diskussionen bis heute immer wieder dem Beruf vorgeworfen wird: eine mangelhafte Ausbildung und damit fehlendes Berufswissen der „Nebenherschnellausgebildeten“.

Hauptgegner damals das Münchner Heilpraktikerkolleg, bald Paracelsusschulen. Irgendwann wurde aus dieser heraus der erste eigene Heilpraktikerverband gegründet. Heute sind mindestens 4 Vereine mit dieser Schulkette über ihren geschäftsführenden Vorsitzenden (neben einem „Repräsentationsvorsitzenden“) verknüpft. Sollen doch die anderen Vereine motzen und meckern, man bestimmt sich quasi selbst und legt „Normen“ fest.

Dem Beispiel folgten dann bis heute immer mal wieder andere Schulen mit eigenen Vereinen oder Vereine die eigene Schulen gründeten und als „Verbandsschulen“ Seriosität zeigten.

Jedermann kann eine Heilpraktikerschule gründen. Etliche Heilpraktiker bieten nebenher, zu Praxis, Prüfungsvorbereitungen zur Überprüfung an, bzw. haben eine eigene kleine Schule. Es ist leichter verdientes Geld, eine Ausbildung anzubieten als dann später in Konkurrenz zu anderen seine Praxis überhaupt zum Laufen zu bringen und zu erhalten. Das ist nichts Böses und Ehrenrühriges in einer auf Geschäfte und Verdienen ausgerichteten Gesellschaft. Gerade auch im Gesundheitsmarkt mit seinen verschiedenen Bereichen.

Es gibt keine Vorschriften, wie eine Heilpraktikerausbildungsstätte eingerichtet sein muss, was an Personal mit welcher Qualifikation vorhanden sein muss, nicht mal dazu was im Einzelnen die Lehrinhalte sein müssen. Die Dauer der Ausbildung, die Stundenzahl usw. ist nicht festgelegt. Von wenigen Wochenenden über einige Monate bis zu 3 Jahren Vollzeitausbildung reicht die Spanne. Entsprechend sind dann die Kosten und der Zeitaufwand, um in „einen Beruf mit hohem sozialen Ansehen, großen Erfolgschancen“ und wie es noch so heißt, kommen zu können. „Heute die Überprüfung geschafft und die Erlaubnis erhalten, morgen bereits im Traumberuf erfolgreich tätig“.

Wie geschrieben, dass ist ein mögliches „Geschäftsmodell“ für Ausbildungsangebote.

Heute wird von bis zu 40.000 Heilpraktiker ausgegangen. Wieviele davon tatsächlich funktionierende Praxen haben, nicht nur stundenweise „nebenher“ tätig sind oder gar nicht, ist wohl nicht erfasst und kaum erfassbar. Heilpraktiker sind freie „Einzelunternehmer“ ohne Kammer oder Pflichtmitgliedschaften in irgend welchen Vereinen. Niemand ist vom Gesetzgeber beauftragt und befugt, für Heilpraktiker verbindliche geltende Regeln zu erlassen oder diese verbindlich zu vertreten. Die inzwischen wohl weit über 20 Berufsvereine haben nur für ihre Mitglieder freiwillige Regeln, wobei darauf geachtet werden muss, dass nicht nach kartellrechtlich relevanten Absprachen aussieht.

Doch ist es nicht die Regel, dass einfach mit der Erlaubnis in der Hand eine Heilpraktikerpraxis eröffnet wird. Schon die allgemeine Sorgfaltspflicht und strafrechtliche Bestimmungen sorgen dafür, dass sich im Regelfalle (Ausnahmen gibt es überall) derjenige, der tätig werden will, zuvor in dem Bereich, den Methoden und Verfahren, die er anwenden will, in eigener Verantwortung das nötige Wissen zulegt. Problem ist da sicher wieder, dass die Ausbildungsstätten keinen verbindlichen Regeln entsprechen müssen, und wieder ein „gutes Geschäft“ sein können.

Für viele bedeutet selbstkritisches Reflektieren der eigenen Fähigkeiten schon – trotz der Aufwendungen für die Ausbildung -, dass doch Abstand vom Heilpraktikerberuf genommen wird. Schon, wenn man erkennt, wie wenig überhaupt statistisch zu verdienen sein wird, bei der großen Verantwortung. Vielleicht bietet man ersatzweise Kurse für Laien (und andere Heilpraktiker) an, hält Vorträge oder bereitet andere auf die Überprüfung vor. In eigener Firma oder als freier Mitarbeiter bestehender Schulen, vermittelt den Verkauf von Waren im Gesundheitsbereich u.a.m.

Es bleiben im Grunde (fast) nur die im Heilpraktikerberuf tätigen übrig, die auch verantwortungsvoll Qualität in ihren Bereichen bieten können. Manche machen nur Dinge, die Patienten kaum Schaden bringen können und sind aber aufgrund der in der Überprüfung gezeigten Kenntnisse in der Lage, Patienten rechtzeitig z.B, an den Arzt zu verweisen. Da ist im Grunde die Sicherheit für die Patienten gegeben, dass sie keinen Schaden bekommen, selbst wenn der Nutzen gering oder fehlend ist.

Das will der Gesetzgeber aber nicht abschaffen, verbieten und er kann das auch wohl schon wegen des Grundgesetzes nicht. Auch Ausbildungsbestimmungen und Prüfungen dazu will er nicht festlegen. Dann würde ein staatlicher arztähnlicher Ausbildungsberuf innerhalb des Gesundheitswesens geschaffen (Heilpraktiker gehören bisher nicht dazu). Der wäre überflüssig und hätte kaum die Möglichkeiten, wie bisher Methodenfreiheit in der Heilkunde zu sichern.

Copyrigt K-U.Pagel 10/2017


Sonntag, 4. Dezember 2016

Krebsbekämpfung durch Nahrungsmittel: Wunschtraum?

Krebsbekämpfung durch Pflanzenstoffe – Alternativen keine Alternativen?




Krebserkrankungen in Deutschland haben erheblich zugenommen. So liest man es im "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland", vom Robert-Koch-Institut für die Bundesregierung erstellt.


Wir werden statistisch immer älter. Daraus die Schlussfolgerung: „Da für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit dem Lebensalter steigt, treten in einer älter werdenden Bevölkerung auch mehr Krebsfälle auf.“, als eine Erklärung, warum heute fast doppelt so viele Krebsfälle (verschiedene Krebsarten) auftreten wie 1970.

Die verlinkte Pressemitteilung zitiert. „Und natürlich spielt auch Prävention eine entscheidende Rolle, denn viele Krebserkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil vermeiden.“

Und führt dazu aus: „Mindestens 30 Prozent aller Krebserkrankungen gelten weltweit als vermeidbar, vor allem durch den Verzicht auf das Rauchen, die Vermeidung von starkem Übergewicht durch eine dem Bedarf angepasste Ernährung, ausreichende regelmäßige Bewegung, keinen oder höchstens maßvollen Alkoholkonsum sowie die Vorbeugung von HPV-Infektionen und Hepatitis-B durch Schutzimpfungen.“

Bis auf die Impfempfehlungen ist hier grob dargestellt, was unter „gesundem Lebensstil“ verstanden werden kann. Vermeiden von bekannten Schädlichkeiten des „täglichen Lebens“ und bedarfsangepasste Ernährung und Bewegung, die auch starkes Übergewicht vermeiden helfen.

Auf Seite 177 des Berichts (Link dazu auf der verlinkten Pressemitteilung) wird etwas näher ausgeführt: Zu wesentlichen Schutzfaktoren zählen unter anderen eine ausgewogene Ernährung mit ausreichendem Obst- und Gemüsekonsum, körperliche Aktivität und indivi­duelle Bewältigungsressourcen.“

Man kennt inzwischen Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse, welche – auch in Zellkulturen (in vitro) und bei Tierversuchen (in vivo) – Einflüsse auf verschiedenen Arten von Krebszellen nehmen können und man kennt Inhaltsstoffe, die allgemein für ein gesundes Funktionieren von Zellen von Bedeutung sind, angefangen bei Vitaminen und bestimmten Mineralstoffen. In verschiedenen Mengen und Zusammensetzungen finden sich diese in den typischen Nahrungspflanzen, sodass eine ausreichende und gemischte Zufuhr dieser einen Grundschutz bieten könnte.

Niemand kann aber tatsächlich individuell voraussagen, ob eine solche Lebensweise tatsächlich Krebs vermeidet. Es sind zu viele – teils noch unbekannte – Einflussfaktoren vorhanden, die auf den betreffenden einwirken können und einen der Krebserkrankungen auslösen können. Da sich Krebserkrankungen meist langsam und schleichend, teils über viele Jahre bis zur Diagnose, entwickeln – und oft erst im (fortgeschrittenen) Alter, ist eine Studie, die viele Personen über ihr Leben begleitet nicht machbar.

In den meisten Fällen ist es auch im Rückblick des inzwischen an Krebs erkrankten kaum möglich, sichere Aussagen zur Lebensweise – die sich ja auch immer wieder ändern kann – zu machen. Auch Faktoren, die unabhängig von der Lebensweise das statistische Risiko, an Krebs zu erkranken erhöhen, werden oft kaum erfassbar sein.

Aussagen, wer wieviel wie häufig (auf Dauer des Lebens) von welchen bestimmten Obstarten und Gemüsen essen muss, um (welche Krebsart?) Krebs zu vermeiden, lassen sich nicht valide treffen.

Und dennoch werden Menschen, auch Menschen, die sich besonders stark vor Krebserkrankungen sorgen, immer wieder mit Pressemeldungen (viele über das Internet) konfrontiert, die bezogen auf bestimmte (bio-chemische) Inhaltsstoffe Krebsschutz (Prävention) oder gar Krebstherapie preisen. Nicht selten mit Ernährungsempfehlungen bestimmter (Super-) Foods verbunden oder mit Empfehlungen von Nahrungsergänzungsmitteln (NEMs).

Diese Meldungen stammen nicht selten aus einer Quelle und wurden über Agenturen zu anderen Verlagen usw. weiterverbreitet. Dort werden sie – meist ohne dafür bezahlen zu müssen – unverändert nachgedruckt oder in bearbeiteter Form. In leider auch zu vielen Fällen erscheint hinter dem Quelltext ein kommerzielles Interesse zu stehen. „Pressestellen „ von Herstellern, Lobbyverbänden oder beauftragte (Presse-) Werbeagenturen. So tauchen ähnliche Meldungen zu gleichen Aussagen vielfach auf und könnten dadurch ihre Glaubwürdigkeit erhöhen. Für den Laien, der sich über Krebsgeschehen und Behandlungen informieren möchte, ist das nicht immer erkennbar.

Ich habe hier exemplarisch – ohne die Quelle herabwürdigen zu wollen – zwei Verbreiter solcher Nachrichten zur Verdeutlichung herangezogen.

Es ist (1) das das „Zentrum der Gesundheit“ aus der Schweiz mit verbundenem Angebot für eine Gesundheitsberaterausbildung bei „Akademie der Naturheilkunde“, ein Projekt der: Fair Trade Handels AG, deren Shop mit Produkten, deren Anwendung sich auch aus manchen Beitrag ableiten lassen, auf der Seite des „Zentrums“ eine eigene Schaltfläche hat.


Und es ist ein Internetauftritt eines veganen Ehepaares (2), „bewusst-vegan-froh“ mit Ausführungen zu möglichen Gesundheits-/Heilwirkungen von Pfanzen(bestandteilen).






Überschriften, Zitate und kurze Kommentare dazu:

(1)
Bohnen verringern Krebsrisiko
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bohnen.html

Mit Bezug zu Studienergebnissen heißt es:

Je mehr Ballaststoffe die Studienteilnehmer durch den Verzehr von Bohnen aufnahmen,
desto geringer wurde ihr Risiko, an Darmkrebs zu erkranken … dass die Ballaststoffe in Bohnengewächsen, wie beispielsweise der Kichererbse, den Körper davor bewahren, Karzinogene (krebserzeugende Substanzen) zu absorbieren … Die meisten konnten auch die menschliche DNS, also unser Erbgut, vor oxidativen Schäden schützen. Dies alleine könnte bereits erklären, warum Bohnen ein so enormes krebshemmendes Potenzial besitzen … jene Frauen, die mindestens zweimal die Woche Bohnen oder Linsen assen, das geringste Risiko, an Brustkrebs zu erkranken … Körperzellen vor oxidativem Schaden bewahren und schliesslich Krebszellen abtöten. Essen Sie also mindestens zweimal in der Woche Bohnen oder Linsen zur Brustkrebs-Prophylaxe … Eine weitere wichtige Substanz zur Prävention von Krebs ist die in den B-Vitaminen zu findende Folsäure – auch hierfür sind Bohnen eine hervorragende Nahrungsquelle. Der Verzehr von folsäurereichen Lebensmitteln reduziert das Risiko auf Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs … Verschiedene Studien haben erbracht, dass der Verzehr grosser Mengen Hülsenfrüchte (incl. Bohnen, Linsen und Erbsen) das Prostatakrebsrisiko verringern könne …

Wieviel an Bohnen/Hülsenfrüchten wer pro Woche das Leben lang essen muss (und was solche Menschen noch dazu anders machen als andere) ist nicht zu entnehmen. Zu viele Hülsenfrücht in der Ernährung können allerdings andere wichtige Nahrungsmittel verdrängen – wenn man nicht überernährt sein will. Und bei Verweis auf die (meist Zellkulturen bzw. Nagetierversuche) Studien immer nur als Aussagen betreffend dem Menschen Vermutungen.


(1)
Die krebshemmende Wirkung des Curcumins
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/curcumin-krebshemmende-wirkung-ia.html

Kurkuma gehört zu den Ingwergewächsen.

...Aus medizinischer Sicht sind insbesondere die antioxidativen, antikanzerogenen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Gelbwurzextraktes interessant, die sich gegen diverse Leiden wie Darm-, Lungen- und Lebererkrankungen, Entzündungskrankheiten, Herzinfarkt, Alzheimer und Krebs behaupten … Aufgrund seiner vermuteten chemopräventiven Eigenschaften befasst sich insbesondere die Onkologie mit Curcumin als Naturheilmittel in der Krebstherapie. Etliche Labortests mit Tieren bestätigten insbesondere seine krebshemmende Wirkung auf Magen,
Darm, Leber und Haut. Selbst fortgeschrittene Metastasenbildungen konnten nachweislich durch Curcumin verringert werden …


Im Beitrag (1)

Mit Ernährung gegen Krebs
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krebs-ernaehrung-ia.html

heißt es zu Kurkuma
...Kurkuma, auch als Gelbwurz oder Tumaric bekannt, zählt zu den wirkungsvollsten antikarzinogenen Gewürzen. Das liegt an seinem einzigartigen Wirkstoff Curcumin. Zahlreiche Studien belegen, dass Curcumin die Vermehrung von Krebszellen im Körper hemmt und sogar bereits vorhandene Krebszellen abtöten kann. Ein Wissenschaftsteam des Instituts für Labormedizin der LMU München konnte unter der Leitung von Dr. rer. hum. biol. Beatrice Bachmeier belegen, dass Curcumin die Metastasenbildung sowohl beim Mammakarzinom als auch beim Prostatakarzinom hemmt. Des weiteren verhindert Curcumin, dass Tumorzellen in die Blutbahn gelangen und so überall im Körper Metastasen bilden können. Eine indische Studie aus dem Jahr 2008 hat ergeben, dass bereits der tägliche Verzehr eines Teelöffels Kurkuma als präventive Massnahme gegen die Entstehung von Krebserkrankungen angesehen werden kann.


Liest man die Studien (Zellkulturen, Mäuse mit fehlendem Immunsystem) nach, so ergibt sich keine konkrete Aussage zur Wirkung beim Menschen, allenfalls Vermutungen.


Zum Ingwer berichtet (2):

lngwer ist 1000mal stärker als Chemotherapie und lässt gesunde Zellen in Ruhe
http://bewusst-vegan-froh.de/ingwer-ist-1000-mal-staerker-als-chemotherapie-und-laesst-gesunde-zellen-in-frieden/


Dass Kurkuma gegen Krebs erfolgreich angewendet werden kann, ist schon bekannt.
Doch jetzt gibt es neue Forschungen, die zeigen, dass lngwer genauso so gut wie
Kurkuma ist. Es ist nicht nur wirksamer als die Krebsmittel, die man bei der Abtötung
von Krebserkrankungen verwendet, es gibt sogar Hinweise darauf, dass einige Krebs-
Medikamente unwirksam sind und sogar den Tod beschleunigen können.


Nicht nur besonders „hervorhebende“ Wirkaussage zu (Kurkuma) Ingwer, sonder gar „herabwürdigende“ Aussagen zu verwendeten Krebsmedikamenten mit sogar angsteinflößendem Hinweis auf mögliche Todesgefahr dadurch.

... Eine Studie, die in der Georgia State University gemacht wurde, ergab, dass lngwer-Extrakt in der Lage war, die Größe eines Prostatatumors von 56 % zu reduzieren... Eine weitere bekannte Studie PLoS ergab, dass eine bestimmte Komponente im lngwer, die als 6-Shogaol bekannt ist, herkömmliche Krebsmedikamente, nämlich die Chemotherapie, um weiten bei der Bekämpfung gegen Brustkrebs schlagen kann. ...lngwer funktioniert nicht nur bei der Krebs Bekämpfung, sondern läßt die gesunden Zellen in Ruhe! Das ist etwas ganz anderes als die herkömmliche Krebsbehandlung, die nicht diese selektiven Eigenschaften hat, was bedeutet dass die Chemotherapie den Patienten schadet, denn sie greift auch die gesunden Zellen an … Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Taxol nicht die gleiche Wirksamkeit wie lngwer, bei der Abtötung von Krebsstammzellen und bei dem Stoppen der Neubildungen von Tumoren, hat. Taxol greift nämlich auch die gesunden Zellen an. …“

Zellkulturen bzw. genetisch besondere Mäuse waren in den Studien die Objekte. Eine Übertragung auf den Menschen liegt fern. Angeblich auch noch keine Schäden an gesunden Zellen durch den Ingwerextrakt bei „gefährlicher“ Chemotherapie.

Dann die Aussage zu einer anderen Studie:

Die lngwerwurzel wirkt sehr erfolgreich gegen Eierstockkrebszellen - und das ganz ohne Nebenwirkungen. Das bedeutet nicht, dass lngwer Krebs heilt. Hierbei handelt es sich um eine klinische Studie. Welchen Einfluss lngwer beim Menschen langfristig haben kann, muss erst noch untersucht werden.“

Was bedeutet das: wirkt sehr erfolgreich gegen Eierstockkrebszellen – das bedeutet nicht, dass Ingwer Krebs heilt? Obwohl es sich um eine klinische Studie handelt? Aber nicht am Menschen? Es mag manchem Laien nicht klar sein, dass Wirkungen an isolierten Krebszellen, im „Reagenzglas“ sozusagen, keine Aussage zur Heilwirkung zulässt. Und auch Versuche mit Mäusen nennt man „klinische Studien“?

Bei allen durchgefühten Tests starben die Krebszellen, die mit dem Pulver in Berührung
gebracht wurden. Die Wissenschaft nennt dieses Phänomen ,,Apoptose". Zudem fingen die
Krebszellen damit an, sich gegenseitig zu bekämpfen, was in der Medizin als "Autophagie'
bekannt ist. Es ist eine echte Sensation. … Die Forscher konnten in ihrer Studie auch Prostatakrebszellen bekämpfen, wie das „British Journal of Nutrition“, berichtet. Versuche haben gezeigt, dass lngwer alle Prostata-Krebszellen tötet, während die gesunden Zellen übrig blieben. ln einem Experiment konnten die Wissenschaftler beweisen, dass ein Tumor sich nur durch die Behandlung mit lngwer um unglaubliche 56 Prozent verkleinert hat.“

Krebszellen werden bekämpft aber Krebsheilung nein? Und die Sache mit den 56 % (Mäuseversuch) hatten wir oben schon.

Das könnte nicht nur das Leiden von Krebspatienten verringern und ihre Überlebenschancen
steigern - es ist auch eine weitaus günstigere Behandlung als die Chemotherapie. Am Ende muss gesagt werden, dass noch mehr geforscht werden muss, um zu zeigen, dass die moderne Krebsmedizin nicht so effektiv ist wie die natürliche Medizin.“

Noch mehr forschen, um zu zeigen, das die moderne Krebsmedizin der „natürlichen Medizin“ unterlegen ist? Aber dann der Schlusssatz:

Die natürliche Medizin stärkt das lmmunsystem und fügt dem Körper keine neuen
Krankheiten hinzu.“

Wozu keine Belege erbracht wurde.


Einen Text zu Ingwer mit ähnlicher Überschrift (allerdings hier 10.000 mal effektiver) findet sich in kürzerer Form in:

Zitat daraus: „Die Wirkstoffe von Ingwer greifen nur die Krebszellen an, verschonen aber gesunde Zellen und haben keine Nebenwirkungen. Bei Brustkrebs beispielsweise kann es dazu kommen, dass der Körper im Lauf der Behandlung gegen die Medikamente resistent wird. Das kann bei der natürlichen Behandlung mit Ingwer jedoch nicht passieren.

So konnten wir es bereits vorher lesen. Jetzt noch eine Empfehlung:

Ingwer kann laut der Experten auch dafür sorgen, dass Krebszellen gar nicht erst entstehen und sich im Körper festsetzen können. Deshalb empfehlen Experten Ingwer regelmäßig zu sich zu nehmen. Eine Möglichkeit die Pflanze in seinen Alltag zu integrieren, ist ein Stück Ingwer von der Größe einer Haselnuss in einen Liter heißes Wasser zu geben und zu trinken. Die heilsamen Wirkstoffe gelangen so in den Körper.“
Cochrane Projekt Österreich hat sich des Themas Ingwer2016 angenommen:


Zitat: „Da es noch keine klinischen Studien zu diesen grundlegenden Fragen gibt, stehen naturgemäß auch die Antworten dazu in den Sternen. Es ist also verfrüht, auf die baldige Markteinführung von Anti-Brustkrebs-Medikamenten aus Ingwer zu hoffen, die gleichzeitig wirksam und sicher sind. Erschwert werden könnte die Suche nach möglicherweise wirksamen Substanzen durch die Tatsache, dass Ingwer ein Naturprodukt ist: Die Konzentration der (wirksamen?) Inhaltsstoffe unterscheidet sich je nach Erntezeitpunkt, Herkunft und Verarbeitung


Die V. Carstens Stiftung schreibt zum Ingwerthema:


Einschätzung: Diese ersten Hinweise aus dem Tierversuch lassen sich jedoch nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen. Tumoren bei Menschen sind meist weitaus größer als bei Mäusen und daher schwerer zugänglich für therapeutische Maßnahmen. Die Wirksamkeit in der menschlichen Krebstherapie muss noch weiter erforscht werden.


Bei (1) findet sich die Aussage:

Ingwer – Heilpflanze gegen Brustkrebs
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/massnahmen-brustkrebs-ingwer-ia.html
Kann eine Pflanze gegen Brustkrebs wirken? Ja, sie kann – und Ingwer ist eine solche Pflanze.
Verschiedene Studien zeigten in den letzten Jahren, wie effektiv der Ingwer gegen die
unterschiedlichsten Krebsarten vorgehen kann – und das ohne Nebenwirkungen und ohne
dabei gesunde Zellen zu schädigen.
In einer der aktuellsten Studien hatte ein Forscherteam aus Saudi-Arabien die Wirkung des
Ingwers insbesondere bei Brustkrebs untersucht.“

Dann macht die Überschrift Angst: „Herkömmliche Brustkrebstherapie: Hohe Sterblichkeitsrate“ unterstützt noch von der Aussage: Doch fast alle Brustkrebs-Patientinnen mit Metastasen und etwa 40 Prozent der Patientinnen, die Tamoxifen nach einem Rückfall erhalten, sterben letztendlich an der Krankheit. Steigerungsfähig? „Krebs resistent bei Chemo Die Nebenwirkungen von Chemotherapien sind überdies gravierend.

Dann die „erlösende“ Botschaft als Überschriften: Ingwer bekämpft Brustkrebs und: Ingwer wirkt mehrfach gegen Krebs gesteigert:Ingwer greift Krebs an, nicht aber gesunde Zellen.

Und noch mal die Aussage: „Zeitgleich schädigt Ingwer nicht – wie es schulmedizinische Krebstherapien tun – gesundes Gewebe.

Die Studie aus Saudi Arabien hatten Zellkulturen als Gegenstand. Kultivierte Zelle aus Brustkrebs. Es wurde kein einziger Fall einer Brustkrebserkrankung behandelt. Ingwer bekämpft danach keinesfalls Brustkrebs als Erkrankung des Menschen. Lediglich gezüchtete Zellen außerhalb des menschlichen Organismus zeigten Wirkung. Auch Versuche mit auf Mäuse übertragenen Brustkrebszellen lassen niemals die Aussage zu, dass Brustkrebs bei Menschen geheilt werden kann.

Angstmachen vor herkömmlicher Brustkrebstherapie – Heilmittel vorstellen, die noch gar nicht als solche entwickelt sind! Also bisherige Therapie vermiesen ohne eine wirkliche Alternative dazu.

Und dann bietet das Zentrum der Gesundheit im gleichen Beitrag noch die Überschriften zu Ingwer:

Gingerol gegen Metastasen
Ingwer gegen Leberkrebs
Ingwer gegen Lungen- und Darmkrebs
Ingwer gegen Pankreaskrebs und Prostatakrebs

Eine Rezeptempfehlung darf nicht fehlen:

Ingwer gegen Brustkrebs essen
Es lohnt sich also, Ingwer in den täglichen Speiseplan einzubauen, damit Brustkrebs und
andere Krebsarten gar nicht erst entstehen können.
In den Versuchsreihen wurden meist 100 Milligramm Ingwerextrakt pro Kilogramm
Körpergewicht verabreicht. Frischer, roher Ingwer dürfte jedoch nicht weniger wirksam sein –
im Gegenteil.
Mixen Sie einfach täglich ein mindestens fingernagelgrosses Ingwerstück in heisses oder
kaltes Wasser oder in Ihre Smoothies und geniessen Sie das erfrischende Aroma des
heilenden Ingwers.

Welch trügerische Idee: Ingwer täglich essen um Krebsarten gar nicht erst entstehen zu lassen!

Und die Studien, auf die sich (1) bezieht: Zellkultur-und Mäuse-/Rattenversuche in Saudi-Arabien, Korea, Malaysia, Thailand, China, Japan.


(1)
Brokkolisprossen bekämpfen Kopf- und Halskrebs
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/brokkolisprossen-bekaempfen-krebs-15000037.html

In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Sulforaphan u.a. bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakarzinom eine äusserst heilsame Wirkung zeigt.“

Äußerst heilsame Wirkung bei einer der Krebsarten mit sehr geringen Heilungs- und Überlebenschancen: Bauchspeicheldrüsenkrebs! Welche Studien? Es wurden dazu keine genannt.

Die Studiem in Anschluss an den Text bei Beiträgen von (1) beziehen sich nur auf die Überschrift. Dabei auch welche zum Mundkrebs. Es sind Studien mit Zellkulturen und Mäusen, eine mit wenigen gesunden Menschen zur Prüfung auf Verträglichkeit des Broccoliextraktes. Eine Studie mit 10 Personen mit vermutlich überstandenem Mundkrebs läuft, um zu sehen ob die Rezidivrate gesenkt werden könnte, wenn man den Extrakt einnimmt. Jedoch ist die Zahl sehr (zu) gering und es soll bei ersten Zeichen von Erfolg mit deutlich mehr Patienten eine solche Studie unternommen werden.

(1) schreibt zum Kopf-und Halskrebs:

Eine im Juni 2016 veröffentlichte Studie der University of Pittsburgh Schools of the Health Sciences Patienten mit Kopf- und Hals-Krebs erlitten seltener einen Rückfall ihres Krebses, wenn sie sich mit Brokkolisprossenextrakt behandeln liessen. Besonders für Menschen also, die bereits Krebs gehabt hatten, kann der Brokkolisprossenextrakt offenbar sehr hilfreich sein.“


Aus dieser Studie:

Dr. Bauman and her colleagues treated human head and neck cancer cells in the laboratory with varying doses of sulforaphane and a control, and compared them to normal, healthy cells that line the throat and mouth. The sulforaphane induced both types of cells to increase their levels of a protein that turns on genes that promote detoxification of carcinogens, like those found in cigarettes, and protect cells from cancer. In a small preclinical trial, 10 healthy volunteers drank or swished fruit juice mixed with broccoli sprout extract for several days.“

Krebsschutz gefunden bei Zellkulturen und vermutet als Schutzfaktoren vor krebserzeugenden Stoffen z.B. durch Rauchen. Und scheinbare Verringerung der Rezidive im Mäuseversuch:

The mice who received the sulforaphane developed far fewer tumors than their counterparts who did not receive the extract.“

(1) bietet ein Rezept für den möglichen Schutz vor solchem Krebs an:

Wenn Sie sich also vor Krebs oder konkret vor Krebs im Mund- und Rachenraum schützen
möchten, dann würde es sich anbieten, täglich einen grünen Smoothie zu trinken, der neben
Früchten auch Brokkolisprossen enthält.“

Kann das ein Leser missverstehen: Schützenwollen vor Krebs?


Zu Broccoli selbst hat diese Quelle (1) geschrieben:

Sulforaphan aus Brokkoli unterstützt Krebstherapie
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/sprossen-brokkoli.html

In einer placebo-kontrollierten Studie mit Frauen, die an einem durch Biopsie nachgewiesenen Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium litten, zeigte sich, dass 50 Prozent der Frauen, die täglich I3C einnahmen, eine Rückbildung der Erkrankung erlebten, während in der Kontrollgruppe kein einziger Fall mit einer solchen Rückbildung zu beobachten war.
Es waren gerade mal insgesamt 17 Frauen, die die Substanzen aus Broccoli einnahmen. Davon zeigten 8 eine Rückbildung. Bei diesen geringen Zahlen ist eine generelle Wirkaussage nicht zulässig, allenfalls für die geringe Zahl kann eine statistische Aussage gemacht werden.


Tierversuche ergaben zusätzlich, dass die Einnahme von I3C nicht nur bei jenen Tieren krebsvorbeugend wirkte, welche die Substanz bekamen, sondern auch bei deren Nachkommen vorbeugende Wirkung gegen Krebs hatte. Man spricht hier von einem Schutz vor transplazentarer Karzinogenese, also einem Schutz vor krebserregenden Faktoren, die über die Plazenta von der Mutter auf das Kind übertragen werden könnten.

Das kann keinesfalls Anlass sein, das auf Menschen zu übertragen und schwangeren Frauen die Einnahme von dieser Substanz zu empfehlen. Allein schon, weil es viele Jahre länger dauert als bei Mäusen, bis die Töchter ins Alter kommen, in dem solche Infektion wahrscheinlich werden, die vermutlich diese Krebsart auslösen können. Von eine angeborenen Infektion ist wohl bei Menschen kaum die Rede.

Bei Mäusen mit Brustkrebs schliesslich zeigte sich, dass bereits die orale Verabreichung von I3C zu einer Verkleinerung der Brusttumore um bis zu 65 Prozent führte. Zwar benutzten die Wissenschaftler ein Nahrungsergänzungsmittel, das aktive Bestandteile von Brokkoli und Rosenkohl enthielt, doch halten sie es für sehr wahrscheinlich, dass derselbe Effekt auch durch das Essen der Gemüse selbst erzielt werden könne.



Nun ist auch Rosenkohl ein Krebswundermittel. Welche Forscher halten aufgrund von Mäuseversuchen es für wie wahrscheinlich, dass auch das Essen dieser Gemüse Brustkrebse verkleinern könne?

Aber (1) hat da einen Vorschlag:

Leider äusserten sich die Forscher zur wirksamen Menge der zu verzehrenden Sprossen oder Gemüse nicht. Wenn Sie aber täglich oder zumindest alle zwei Tage Sprossen aus etwa 1 Esslöffel Samen verzehren und zusätzlich Brokkoli oder andere Kohlgewächse sowie grüne Blattgemüse als Hauptmahlzeit auf Ihrem Speiseplan stehen, dann dürften Sie auf der sicheren Seite sein.

Auf der sicheren Seite vor Brustkrebs?

Für den kaum therapierbaren Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es betreffend Broccoli diese Aussage:

Broccoli ist nicht nur reich an Mineralstoffen und Vitaminen, sondern auch an einem Wirkstoff
gegen Krebsstammzellen des Bauchspeicheldüsenkrebs: Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben entdeckt, dass der Broccoli-Inhaltsstoff Sulforaphan resistente Tumorstammzellen in Pankreastumoren verwundbar macht. Dies wurde im Tierversuch gezeigt, wo keine Nebenwirkungen auftraten.

Tierversuch, keine Aussage zu Menschen und was heißt „verwundbar machen“?


Unter anderem zu Broccoli noch eine Meldung von (1):

Kreuzblütengewächse gegen Krebs
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kreuzbluetengewaechse-gegen-krebs-ia.html

Brokkoli, Bok-Choi (Chinakohl), Rosenkohl, Weisskohl, Blumenkohl, Grünkohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Senf, Steckrüben, Weissrüben oder Brunnenkresse - all diese Pflanzen zählen zu den Kreuzblütengewächsen (lat. Brassicacea). Kreuzblütengewächse zeichnen sichdurch ihre besonderen Inhaltsstoffe aus. Sie enthalten vor allem grosse Mengen an und Co verantwortlich. Sulforaphan ist wohl der bekannteste Inhaltsstoff der Kreuzblütler - vor allem im Kampf gegen den Krebs.

Es gibt mittlerweile viele wissenschaftliche Studien, die belegen, dass der ausreichende
Verzehr von Kreuzblütlern den Körper vor einer Krebserkrankung schützen kann, denn die
darin enthaltenen Senföle sorgen dafür, dass Krebszellen eine Art Suizid begehen
(programmierter Zelltod oder Apoptose). Darüber hinaus tragen Senföle zur Vermeidung
krebsbegünstigender Zell-Veränderungen bei.
Die Behauptung vieler wissenschaftlicher Studien, die solche Schutzwirkung belegen würden ist mit einem Link zu einer Metastudie aus China versehen. Diese beklagt zum Teil den Wert der betrachteten Studien. Und kommt zum Schluss: „Our findings support that cruciferous vegetables intake was related to the decreased risk of bladder cancer. Because of the limited number of studies, further well-designed prospective studies are needed to explore the protective effect of cruciferous vegetables on bladder cancer.“

Man braucht also noch gut gemachte Studien um einen Schutzeffekt zu belegen.


In einem Versuch mit Ratten wurde entdeckt, dass das Risiko an Blasenkrebs zu erkranken mit zunehmendem Brokkoli-Konsum abnimmt. Bei bereits erkrankten Tieren verlangsamte sich das Fortschreiten der Krankheit, wenn die Tiere viel Brokkoli frassen. Brokkoli kann offenbar auch die Chance erhöhen, sich gegen Brustkrebs zu behaupten und sogar die Wahrscheinlichkeit, gar nicht erst an daran zu erkranken, erheblich erhöhen.“

Rattenversuch mit reinen Spekulationen zu menschlichem Brustkrebs.

Und natürlich wieder ein Verzehrhinweis:

Es ist wichtig zu wissen, dass gekochte Kreuzblütengewächse nicht denselben Schutz bieten,wie rohes Gemüse, da der Kochvorgang die Senföle zerstören kann. Während des Kochens können die Kreuzblütengewächse zwischen 30 und 60% ihrer krebsbekämpfenden Inhaltsstoffe verlieren.“

Es ist ja noch nicht einmal gesagt, dass Gemüseessen überhaupt eine krebsbekämpfende (nicht nur vorbeugende) Wirkung hat


Bewusst-vegan-froh (2) geht so weit:

Studie entlarvt den großen Schwindel – Krebsärzte würden selbst niemals einer Chemotherapie zustimmen!
http://bewusst-vegan-froh.de/studie-entlarvt-den-grossen-schwindel-krebsaerzte-wuerden-selbst-niemals-einer-chemotherapie-zustimmen/

Überschriften:
Studie entlarvt Chemotherapie als Schwindel - Tumor wächst nach Chemo schneller
Untersuchung deutet an: Verzicht auf Chemotherapie verbessert den Behandlungserfolg

Und das Fazit:

Wer nach einer echten Heilmethode sucht, wird sich bemühen, eine Chemotherapie zu umgehen und nach alternativen Behandlungsmethoden wie der Gerson-Therapie suchen, oder er wird
krebshemmende Nahrungsmittel und Nährstoffie wie Natriumbicarbonat, Kurkuma (Studien: Pubmed./21775121 Pubmed/l9138983), hoch dosiertes Vitamin C und Vitamin D u.ä. wählen.“


Aber auch das kann man lesen beim Zentrum der Gesundheit (1):
Krebs und seine Vorbeugung

Da wird festgestellt:

Falsche Empfehlungen
Viele Menschen folgen den Ratschlägen der "Fachleute" in der Hoffnung, den Kampf gegen
Krebs zu gewinnen. Leider gibt es für diese Empfehlungen keine wissenschaftliche
Begründung. Sehen Sie sich einmal die folgende Liste der "Problemlösungen" an. Sie wurden
in den weltweit besten medizinischen Zeitschriften publiziert. Viele von uns erfuhren niemals
von einem Widerruf, und so richten wir uns weiterhin nach Methoden, die uns gar nicht vor
Krebs schützen können.
Obst und Gemüse: Grüne Blattgemüse verhindern nicht den Ausbruch von Brustkrebs
Ballaststoffe: Sie unterstützen Darmkrebs eher, als dass sie ihn verhinderten
...
Fischöl: Die meisten Zusätze von Fischöl sind wertlos bezüglich der Krebsvorbeugung
und können sogar für Ihre Gesundheit riskant sein.
Die internationale Gesellschaft zur Untersuchung von Fettsäuren und Lipiden (ISSFAL)
stellte folgendes fest: "[...] Studien zeigen, dass Fischöl (bestehend aus Omega-3-
Derivaten) im gegenwärtig gebräuchlichen Standard eine große Anzahl von
Immunzellen-Reaktionen reduziert (natürliche Killerzellen)

Wie entsteht Krebs? Die Antwort:

Dr. Otto Warburg fand die Ursachen von Krebs
Fehlender Sauerstoff in der Zelle verursacht Krebs


Demnach Sauerstoffzufuhr verbessern. Also nichts mit den ganzen im Grunde zytotoxischen (zellentötenden, angeblich nur die Krebszellen) Pflanzeninhaltsstoffen?


Was hatte diese Quelle (1) noch zu Ballaststoffen geschrieben?

Reduzieren Sie Ihr Krebsrisiko
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krebsrisiko-senken-ia.html

Ballaststoffe gegen Brustkrebs
Darüber hinaus reduzieren Ballaststoffe das Darmkrebs-Risiko....


Werden da Hoffnungen erweckt auf „natürliche ungefährliche aber hochwirksame“ Therapien gegen Krebsarten die noch lange nicht erfüllt werden können? Wird Angst gemacht vor der „herkömmlichen“ Krebsbehandlung? Aus welchen Interessen heraus? Unterstützen einer veganen Ideologie? Förderung des Kaufes von entsprechende Nahrungsergänzungsmitteln?

Klar sollte sein: Einfach nur mit Nahrungsmitteln als Speisen kann man keine Krebserkrankung heilen. Auch wenn verschiedenen Pflanzen bio-chemische Inhaltsstoffe haben, die in isolierter Form auf gezüchtete Krebszellen im „Reagenzglas“ oder bei extra gezüchteten Nagetieren, denen man menschliche Krebszellen eingepflanzt hat oder die gar so gezüchtet wurden, dass sie Krebsarten bekommen, die an sich beim Menschen üblich sind, so ist eine Wirkung der gesamten Pflanze als Nahrung aufgenommen als Krebsmittel unwahrscheinlich.

Man muss erst noch herausfinden, wie groß die jeweilige Dosis der Substanzen bei welchen Krebsarten sein muss, damit beim Menschen sichere Heil-Wirkungen auftreten können – und ob überhaupt solche auftreten. Dann muss gefunden werden, auf welchem Wege diese Substanzen zugeführt werden müssen, um überhaupt Wirkung bringen zu können.

Könnte man überhaupt durch z.B. Broccoli Essen genügend Stoff aufnehmen? Und muss man nur Broccoli essen zur Therapie? Sollte man nicht auch dazu andere Pflanzen (Rosenkohl, Ingwer, usw.) essen? Aber, geht das ohne dass man „platzt“?

Und Vorbeugung? Muss man sein Leben lang solche Pflanzen in Massen essen, um einen vermeintlichen Krebsschutz zu haben? Essen aus ständiger Krebsangst? Kann das gesund sein? Was haben die falsch gemacht, die gerne mal Broccoli essen, Ingwertee trinken usw, aber dennoch eine Krebsart bekommen haben – eben weil sie wegen der gesunden Ernährung entsprechend alt werden konnten? Vielleicht hätte sie diesen (Alters-)Krebs gar nicht bekommen, wären sie warum auch immer früher gestorben? Z.B. an Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Nehmen wir das Zitat aus dem Bericht zum Krebsgeschehen auf: „Da für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit dem Lebensalter steigt, treten in einer älter werdenden Bevölkerung auch mehr Krebsfälle auf.

Nicht-alt-werden kann statistisch gesehen vor Krebs am besten schützen?

Copyright K.-U.Pagel 12.2016

Hinweis: Die jeweiligen Studien kann man in den Beiträgen (verlinkt unter den Überschriften) finden.


Nachtrag: Man könnte nun mit einer gewissen Ratlosigkeit da stehen. Ratgeber erkennen, die vielleicht eher lenken, als freie Entscheidung durch klare unmissverständliche Informationen fördern. Informationen, die wie Viren sich krankmachend (manipulierend) verbreiten.

Das kennt man ja auch aus der Richtung der sogenannten Schulmedizin, dass einseitige Informationen - vielleicht weil es die informierenden (Ärzte) nicht besser wissen, nicht anders erzählt bekamen - sich verbreiten.

Schauen wir uns die Thematik an: Krebserkrankungen, deren viele es gibt mit verschiedenen Verlaufsformen. Da kann es nicht verwundern, dass es noch lange nicht bekannt ist, was Ursache, was begünstigender Faktor, was gefährlicher Verstärker der jeweiligen Krebs(unter)art sein könnte. Und es kann nicht verwundern, dass bisher nicht wirklich für die verschiedenen Formen die optimalts Therapie gefunden wurde. Klar ist: Ein Tumor, der sich aus sich heraus teils rasch vermehrt, schneller wächst als die Abwehr diesen fressen kann, durch seine Entartung auch (wie Bakterien) auch in sich Änderungen einzelner Zellen entwickelt, die vielleicht gegen eingesetzte Mittel (davor kann auch Broccoliwirkstoff auf Dauer niemals sicher sein) entfernt werden muss. Das auch, um zu verhindern, dass er über verschiedene Wirkfaktoren auch auf den Rest des Organismus schädigend einwirkt.

Da beginnt ein neues Problem. Man geht davon aus, dass - je nach Krebsart verschieden, vielleicht bis zu 25 % der Tumoren anfangs (wie lange ist das, wenn Tumoren nicht selten schon viele Monate oder Jahre wachsen konnten, bevor man sie entdeckt) doch von Körper wieder beherrscht und ausgeheilt bzw. unschädliche abgekapselt werden können. Die ganzen Früherkennungsuntersuchungen finden diese und behandeln diese, ohne dass Kriterien gefunden wurden, die sicher erkennen lass, dass diese Tumoren vom Körper beherrscht werden könnten.

Gar mancher "Heilungserfolg" der Therapien ist im Grunde aufgrund dessen eingetreten, weil der Oraganuismus selbst mit seinen Selbsterhaltungsstrategien, den Tumor "besiegte". Und gar mancher ist an den Folgen der Therapie verstorben- hat zumindest unnötig gelitten - die durchgeführt wurden.

Solche "Unsicherheiten" sind ein guter Boden  für manche "Heilsbotschaften". Gerade auch bei Menschen, die die "etablierten" Heilverfahren fürchten.

Der Weg, dass aus erkannten Pflanzeninhaltsstoffen, die in Zelkulturen Wirkung entfalten, am Menschen sicher einsetzbare Arzneien geschaffen werden können, ist sehr lang. Man kann sie nicht einfach an Menschen ausprobieren, denen andere Therapien nach Kenntnisstand eine gewisse Heilungschance bieten. Der Weg muss auch beinhalten, kennen zu lernen, welche Dosis in welcher Weise bei welchen Tumoren gegeben werden muss und wo die  Schädlichkeiten noch erträglich sind. An Menschen, die einfach - mit solcher Erkrankung und Prognose - mal ausprobieren, letztlich ohne irgendeine Linie, diese anzuwenden, wäre eher ein unethisches Menschenexperiment, bevor schon mehr Wissen um die Anwendung vorliegt.

Dieser lange Weg wäre auch für Pflanzen und ihre Inhaltsstoffe zu gehen, bevor diese als Heilmittel propagiert werden sollten. Und Versprechungen des vorbeugenden Krebsschutzes durch bestimmte Pflanzen? Man kann nicht hellsehen, was irgendwann eine mal eintreten könnte.

Es wird jedoch daran gearbeitet, und es gibt schon erste Erfolge, über Ernährung und Pflanzenstoffe die bisherige Krebstherapie verträglicher zu machen. Doch Achtung: es gibt Zusammenwirken mit Nachteiligen Folgen.

Als alternative Therapie bei Krebserkrankungen sind die Pflanzen/Inhaltsstoffe noch lange nicht einsetzbar, jedoch mit zunehmendem Wissen (die Forschung ist da viel einfacher) immer mehr als komplementäre (ergänzende) Maßnahmen.

Ergänzt 05.12.2016