Montag, 25. September 2017

Vitamin B 12 - warum Speicherfähigkeit des Körpers

Ein Beitrag zu B 12 und Veganern

https://das-gesundheitsplus.de/wie-veganer-genug-vitamin-b12-bekommen/

lässt mich zum Nachdenken anregen, auch über sogenannte Empfehlungen zum Tagesbedarf von Vitaminen, aus meiner Sicht als jemand, der seit rund 35 Jahren Heilkunde betreibt, auf der Basis von Physiologie und Biologie (also der Natur - Naturheilkunde).





Beim Vitamin B 12 wird deutlich: Die Biologie (Evolution) hat es so eingerichtet, dass Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann die aber immer gebraucht werden, (physiologisch) gespeichert werden können. Das dann als Überlebensstrategie, wenn es natürlich ist, dass aus den Nahrungsangeboten mal in einiger Zeit recht wenig kommt und in anderer Zeit recht viel. So ist z.B. der Wechsel der Jahreszeiten mit den unterschiedlichen Angeboten an Nahrungsmitteln, auch mit Abschnitten geringen Angebots von Nahrung überhaupt, keine Bedrohung für die Zellfunktionen.

Da stellt sich die Frage nach dem Sinn einer anhaltenden Zusatzzufuhr zu den natürlichen Nahrungsangeboten durch "Nahrungsergänzungsmittels" (außer bei krankheitsbedingten Störungen). Eine Frage, die ich an anderer Stelle für mich als  "nicht notwendig" beantwortet habe. Die Veganer zeigen uns: Wer stark einseitig isst, kann keine Vorräte anlegen für bestimmte Zeiten und dann auch nicht aus denen überleben. Dem fehlt dann auch zu "normalen" Zeiten so ein Funktionsstoff. Der benötig eine zusätzliche Zufuhr, "künstliche" zur Zufuhr über die Inhaltsstoffe natürlicher Nahrungsmittel hinaus. Und auch wenn man eventuelle mit Algen eine Zufuhr an B 12 erreichen könnte, so ist das doch wieder sehr eingeschränkt und damit sehr einseitig "abhängig" möglich.

Bei Vitamin B 12: Pflanzenkost bietet davon kaum etwas, weil die Pflanzenzellen es nicht verwenden und damit auch nicht enthalten, wenn wir uns davon ernähren. Erdbakterien, die auf Pflanzen  gelangen können, bringen das B 12 dann mit, wenn man die Pflanze isst (in kleinen Mengen). Kühe (als ein Beispiel für reine Pflanzenfresser) züchten in einem Vormagen diese Bakterien, die sie mit jedem Grashalm neu aufnehmen und bieten den Bakterien mit dem gemahlenen (Wiederkäuer) Grasbrei eine gute Vermehrungsmöglichkeit und damit auch viel Grundmaterial, um B 12 zu bilden. Das kommt dann den Zellen der Kuh zugute, wird auch mit der Milch ausgeschieden, um andere Lebenwesen (z.B. Kälber) damit zu versorgen..

Für uns Menschen bietet der Winter wenig (frische) Pflanzennahrung. Da hilft es, wenn man sich von der Jagd oder von Nutztieren aus dem Stall zusätzlich ernähren kann. Dann kommt aus der tierischen Zelle viel B 12 in den menschlichen Körper, viel mehr, als er im Winter benötigt (und überhaupt aus Pflanzen beziehen könnte). Das füllt die Speicher z.B. in der Leber.

In Frühjahr und Sommer macht es wenig Sinn, Tiere zu schlachten, zu bejagen, weil diese ja auch wie Pflanzen ihren "Nachwuchs" bekommen sollen, um ihre Zahl nicht zu vermindern und weiter mit und von ihnen leben zu können. Wer Saatgut ißt bekommt keine Ernte, wer das Lämmchen schlachtet bekommt später weder Milch noch Wolle.

In der Zeit bis zur Ernte dienen auch tierische Produkte, nicht (im natürlichen Zyklus selten) Tiere selbst (ihr Fleisch) der zusätzlichen (zu Pflanzen) Ernährung des Menschen (wenig B 12). - In unserer Zeit der Massentierhaltung und des billigen Fleischen ist das anders (unnatürlich) geworden. - Wenn die Ernten Fülle von Pflanzen bringen (auch für den Wintervorrat) kann die Ernährung mehr zu diesen Pflanzen gehen.. Im Winter dann, müssen sich die Tiere mit den Menschen die weniger werdenden Pflanzen (Wintervorräte) teilen. Sinnvoll kann dann sein, Tiere zu schlachten und zu essen, die kaum durch den Winter gefüttert werden könnten oder nur zu Lasten der Menschen. B 12 Überschüsse finden sich dann in der Nahrung.

Übrigens speichert der menschliche Körper auch das Vitamin Folsäure (Pflanzen sind typische Quelle) für längere Zeit. Folsäure und Vitamin B 12 arbeiten zusammen, alleine sind sie nichts. So unterscheiden sich die Zeiträume und Nahrungsquellen für diese Vitamine, aber es ist immer von beiden genügend bevorratet.

Das eine vereinfachte Darstellung zur Erläuterung eines biologischen Prinzipes.

Ein weiter Gedanke aus der Evolution des Menschen: Es ist durchaus ein wichtiger Faktor dafür, dass die Spezies Mensch über die vielen Jahrtausende immer größer und schwerer geworden ist und sein Gehirn so entwickeln konnte (vielleicht hängt auch die deutlich gestiegene Lebenserwartung damit ein wenig zusammen), dass die Versorgung mit Vit B12 aufgrund des erheblichen Erweiterns der Nahrungsquellen (Vit. B 12 Quellen) mittels Tieren und ihren Produkten erheblich zugenommen hat und sicherer geworden ist.

Größere Menschen haben mehr Körperzellen und diese benötigen schon im laufenden Betrieb in der Summe mehr Vit B 12 als kleinere Lebewesen. (s.o. große Rinde haben einen eigenen Bioreaktor im Vormagen für die Produktion großer Mengen entwickelt). Vit B 12 ist für Zellteilung unerlässlich, ohne Zellteilung kein Wachstum. Das Nervensystem, vor allem die ständig große Menge an neu zu bildenden Nervenbotenstoffen, ist ein intensiver B 12 Verbraucher. Beschränkungen an B 12 lassen dann kein großes Wachstum und nur schlechtere Zellregeneration und keine große Arbeit des Gehirns zu. B 12 Mangel kann zu schweren Nervenschäden und Psychosen führen, wenn der Bedarf anhaltend weit über der verfügbaren Menge liegt. Auch scheint ein Mangel den Herzmuskelstoffwechsel zu beinträchtigen (Homocystein als sich ansammelndes Stoffwechselprodukt) und vielleicht Herzkrankheiten damit zu begünstigen.

Umso notwendiger wird eine regelmäßige Ergänzungszufuhr bei streng veganer Ernährung, nicht für den Gemischtköster und lakto-ovo- Vegarier (der auch Fisch ißt).  B 12 wird dazu vegan gewonnen aus Bakterienkulturen und in regelrechten Bioreaktoren gezüchtet. Extrakte aus Fleisch oder anderen Tierprodukten kommen dann nicht in Frage (wären auch viel zu teuer für die Nahrungsergänzungsmittelindustrie).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen