Montag, 10. Juni 2019

Ernährung, was man uns da so alles an „Weisheiten“ präsentiert

Ernährung, was man uns da so alles an „Weisheiten“ präsentiert.

Da hat eine Ministudie an 20 Personen gemacht, die man künstlich in einem Labor wohnen lies und die dabei nicht das Essen durften, was sie üblicherweise zu sich nehmen würden. Die „Labormenschen“ wurden bekocht mit Essen, was extrem und einseitig bereitet wurde. Zwei Wochen lang wenig verarbeitete Frischkost und zwei Wochen lang Mahlzeiten aus hoch zubereiteten Bestandteilen und dann noch entsprechende Getränke dazu. Man errechnete im Labor, welchen Kaloriengehalt die jeweilige „Diät“ hat und versuchte danach die jeweiligen Angebote der zwei Gruppen gleich zu halten.

Was wollte man belegen? Wer hoch verarbeitete Nahrungsmittel zu sich nimmt, wird dick. Klar, dass der Versuchsaufbau das erbringen musste.

In verschiedenen Publikationen wurde über diese Sensation berichtet. Hier sei verweisen und verlinkt (daraus werde ich auch zitieren): https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4907945?nlid=130099_3081&src=WNL_mdplsnews_190606_MSCPEDIT_DE&uac=210419HR&faf=1#vp_2

Für uns hier ist die in einem Amerikanischen Labor durchgeführte Studie wenig übertragbar: (Zitat) „Nach Kabischs Einschätzung ernährt sich der Durchschnittsdeutsche allerdings nicht von über 80% stark verarbeiteten Lebensmitteln, wie das die Teilnehmer der aktuellen Studie taten. „Es wird in Deutschland doch noch mehr mit natürlichen Zutaten gekocht.“

Die Forscher können sich allerdings nicht erklären, warum letztlich diese lebensfremde Diät mit fast nur hoch verarbeiten Lebensmitteln in alltagsfremder Lebensweise dick machen. Zitat „Wie sich solch ein Zusammenhang erklären lässt, ist allerdings noch unklar – häufig wurden bisher höhere Gehalte an Fett, Zucker und Salz als potenzielle Ursache vermutet. Hall und seine Kollegen hatten versucht, Unterschiede bei den Nährstoffen möglichst auszuschließen. Trotzdem enthielt die Fertigkost geringfügig weniger Eiweiß.“

Dann folgen eine Reihe von weiteren Spekulationen und Vermutungen.

Ich bin recht befremdet von solchen Vorgehensweise und meine: Nun sollten jedem Wissenschaftler bekannt sein, dass die Kalorienzahl von Nahrungsmittel im Reagenzglas kaum jemals der tatsächlich über den Darm aufgenommenen Kalorienzahl entspricht. Allein schon die Beschaffenheit, Zusammensetzung der Ausgangsstoffe, Ballaststoffgehalte (-arten) und Interaktionen verschiedener Substanzen führen zu einer veränderten Verdauungsleistung und Fähigkeit, einzelne Bestandteile aufnahmefähig zu machen. Ballaststoffe und andere Stoffe können auch die Resorptionsfähigkeit beeinflussen.

Man weiß, dass der Menschen schwerer tut, so manche pflanzliche Kost überhaupt verdauen und aufnehmen zu können. Kalorien, die man damit über den Mund zuführt, bleiben ungenutzt im Darm. Auch so mancher wunderbare „Vitalstoff“ der in Massen in Pflanzenzellen steckt, nutzt nichts, wenn die Wände der Pflanzenzellen nicht „geknackt“ werden können. Viel davon Essen müssen mit wenig „Ausbeute an Energie“ war ein wesentlicher Grund, warum der Mensch die Verarbeitung von Lebensmittel erfunden und immer mehr vorangetrieben hat. So manches, was der Verdauungstrakt nur unzureichend leisten kann wurde so auf die Zubereitung verlagert.

Essensuchen kostet Zeit und Energie, die nicht für anderes zur Verfügung steht, nicht für Herstellung von Werkzeugen, die das Leben erleichtern und nicht für Kultur. Das langwierige Verdauenmüssen macht noch dazu Träge. Die Verdauung dauert länger, das Essen liegt gleich stärker im Magen und macht Sättigungsgefühl – Signal dafür, nun die Energie auf das Verdauen zu verwenden und nichts anderes zu tun. Also träge werden. Übrigens kostet diese Verdauung wieder Energie aus den im Körper vorhanden Vorräten und dann aus den (mühsam und langsam) aufgenommene Kalorien. Die wenigen aufgenommenen Kalorien kann man nicht für anderes Nutzen und auch nichts davon zur Seite legen. Macht also eher nicht dick. Doch erklärt das den Spruch „ein voller Bauch studiert nicht gern“.

Der Mensch wollte machen, etwas entwickeln, bessere Wohnungen bauen, Werkzeuge nicht nur dafür haben, und auch Freizeit von langen Nahrungssuchen (von der man dann wenig nutzt). Schon das Mahlen von Getreide und das Kochen von Pflanzen (Verarbeitung) brachte Gewinn für die Ernährung. Gleiche Nahrungsmengen brachten mehr verwertbare Energie, die brachte mehr Entwicklungen usw. Allerdings war das dann auch mit mehr Bewegung verbunden, denn man machte viel mehr selbst und ging viele Wege dabei zu Fuß. Und da die Verdauung nicht so lahmlegte, konnte man das gut machen. Das passte.

Doch heute: die Arbeit verrichten Maschinen, die man vom Schreibtisch oder Steuerstand aus bedient, mit Handbewegungen, die kaum Energie verbrauchen. Spannungen, die aufgebaut werden durch vieles, auch Stress durch die vielen Menschen auf einem Haufen (mit Mobbing und frustrierendem Streit) werden abgebaut, indem man den Magen-Darm-Trakt beschäftigt. Denn Verdauen macht müde und regt den Parasympathikus an, der den Stress-Sympathikus ausgleichen soll. Nur kann die hochverarbeitete gut verwertbare Nahrung nicht so massiv Verdauung anregen. Gleichzeitig macht sie mehr Missverhältnis an Energiebedarf und aufgenommene Kalorien.

Im Grunde alles klar. Menschen im Labor, die während des Versuches nicht der normalen Bewegung nachgingen – für die sie natürlich ihre Nahrung wählten – mussten dick werden, wenn Nahrung nicht zum Bedarf passt. Auch so manche Langeweile und Frust der Bedingungen könnte das Essen angeregt haben („Frustesser“) bei denen, nicht die kaum verarbeitete Nahrung an sich dämpfen konnte (über Sättigungsgefühl, dass befriedigt). Die Esser der wenig verarbeiteten Nahrungsmittel hatten da schon wegen der Stimmungsbeeinflussung (ein voller Bauch studiert nicht gern – er muss sich nicht voll und blähig anfühlen!) weniger Frust. Wer nicht tun will, langweilt sich auch nicht.

Wichtiger Gedanke am Ende der hier verlinkten Artikels: „Ein Faktor bleibt allerdings: „Was man einberechnen muss, ist natürlich die Arbeitszeit, die ich beim Kochen selbst investiere.“

Wenn man Einkaufen geht (Frischkost) und dann das Zubereitet, benötigt man Zeit, die man nicht auf der Arbeit oder dem Weg dorthin verbringen kann. Diese Zeit bringt auch kein Einkommen, sie verbraucht es nur, mehr davon, als Fertigkost.

Zitat „Das Problem: In der vorliegenden Studie kostete die frische Ernährung deutlich mehr als das Fertigessen.“

Heute kommen gerade in den unteren sozialen Schichten viele Familien nicht mit einem Einkommen aus. Da wäre es kaum bezahlbarer Luxus, wenn eine Person vorwiegend diese Nahrungszubereitung, Einkauf u.a. dazu, aufbringen würde. Und wenn, wer soll das tun Abwechselnd, jeder nur weniger Arbeiten oder zur Arbeit dazu (also wenige Freizeit und Erholung)? Und kann da jeder gleich gut und effektiv? Mehrere Gründe, dass gerade diese Bevölkerungsschicht zu Fertignahrung greift, viele Kalorien für wenig Geld. Das kann oder will die Politik kaum etwas dran ändern. Die Statistik zeigt, das Arme kränker sind und früher sterben, ohne dass die Politik was dagegen getan hätte.

Aber man hat Sündenböcke. Die Leute sind doch selber schuld an ihren Krankheiten, wenn sie einfach nicht bereit sind mehr Geld und Zeit in die Ernährung zu stecken – und dafür auf anderes, was ihnen zur Regeneration auch psychisch wichtig wäre zu verzichten (macht dann wider krank).

Und wer es sich von Einkommen her leisten kann? Warum soll einer davon auf Kariere und eigenes gutes Einkommen verzichten, nur um Hausmann oder -frau zu machen? Wer das tut, wird schief angesehen. Man muss sich doch selbst verwirklichen, als Ego nicht als Paar mit verteilten Aufgaben für das Paar als Einheit?

Ach ja, was so alles die Wissenschaftler tun – um Beschäftigung und gutes Einkommen neben Ruhm zu haben – und meinen die Menschheit damit weiter zu bringen.


K.-U.Pagel 06 2019

Dienstag, 14. Mai 2019

Das Problem mit den Nachweisen zur Wirkung von Impfungen

Das Problem mit den Nachweisen zur Wirkung von Impfungen


Aus meiner Sicht aus über 37 Jahren Tätigkeit in der Heilkunde und gemäß den mir bekannten Fakten möchte ich meine Überlegungen darstellen:

Alles das, was man über Impfungen – hier sei als Beispiel die Masernimpfung zugrunde gelegt – tatsächlich sicher und beweisbar kennt, ist gering. Man geht bei den Aussagen über Wirkungen, Schutz, Zahl der Impfungen, von Beobachtungen aus, die einem Modell entsprechen und mit Rechenmodellen bearbeitet werden. Da ist es immer möglich, dass Erwartungen, Wünsche und auch wirtschaftlicher Interessen die Beobachtungen lenkt (was wird beachtet, was ausgeschlossen) und auch die statistische Interprertation sowie die Anwendung von Rechenmodellen beeinflussen.

Ein weitgehend aussagefähiges Ergebnis würde man nur erzielen, wenn man bei Masern 3 hinreichend große Gruppen von Alter und Geschlecht wie auch Bildung, Lebensweise und Grundgesundheitszustand gleichen „Studienteilnehmern“ (Probanden) bildet. Diese werden dann nach Zufallsprinzip aufgeteilt. Eine davon erhält Erst und Zweitimpfung mit einem Scheinimpfstoff, der alles enthält, was im echten Impfstoff enthalten ist, außer den Impfviren. Die zweite Gruppe wird erstgeimpft und als zweite Impfung scheingeimpft. Die Dritte erhält 2 echte Impfungen. Nach vollzogener Impfung werden die Gruppen dann Masernviren gezielt ausgesetzt und es wird beobachtet, was geschieht, auch vom Verlauf von Infektionen her.

Dabei dürfen die Probanden auch nicht wissen, zu welcher Gruppe sie gehören.

Dabei kann man Impfreaktionen registrieren und vergleichen und anhand der Zahl der erzeugten Masernfälle auf den Impfschutz rückschließen. In der Nachbeobachtung übet Jahre kann man auch Spätreaktionen erfassern.

Solche aussagkrägftigen Studien sind weder ethisch noch von der davon ausgehenden Infektionsgefahr für die Bevölkerung zulässig.

Bei den Impfstoffen ist das Verfahren zur Gewinning von diesen erprobt und zugelassen. Die Impfstoffe selbst sind nicht systematischen Wirkstudien unterzogen worden, lediglich Beobachtungen aufgrund theoretischer Überlegungen, mit alle ihren möglichen Zufälligkeiten.

Und dennoch spricht vieles dafür, dass Impfungen Nutzen haben können. Wer sie möchte, em sollte nichts entgegen stehen, außer unzureichende Aufklärung vor der Entscheidungsfindung. Zwänge lassen sich deswegen nicht wirklich sicher begründen.

K.-U.Pagel 05/2019

Dienstag, 19. Februar 2019

Heilkunde für den Patienten - Patienteninteresse im Zentrum

 Im Anschluss an den Beitrag über Heilkunde für den Patienten oder Förderung von Interessen Dritter?   https://heilkundeimkontext.blogspot.com/2019/02/heilkunde-fur-den-patienten-oder.html

ein subjektiver Blick auf das was Heilkundeausübung bedeutet.


Wer die Heilkunde am konkreten Menschen ausübt, ist diesem, keinem Dritten, verpflichtet. Interesse und Weisungen Dritter sind damit nicht vereinbar. Es gilt die Freiheit der Therapie. Da entscheidet der Heilkundeausübende alleine darüber, was er dem Patienten in diesem Zusammenhang empfiehlt. Er ordnet nicht einfach an. Das Grundgesetz lässt den Patienten frei darüber entscheiden, was mit ihm geschehen darf. Er darf sich gegen jeden Rat entscheiden und auch völlig irrationale Entscheidungen treffen. Der Heilkundler ist Berater und Vorschlagender nicht Bestimmer.

Es ist nur der Arzt (approbierte psychologische Psychotherpeut für seinen beschränkten Bereich) oder Heilpraktiker, der in Ausübung der Heilkunde die Feststellung über vorhandene oder konkret drohende Erkrankungen treffen darf und entsprechende Behandlungsvorschläge machen darf. Dazu bedarf es zum Patientenschutz der Erlaubnis, entweder in Form einer Approbation der der Erlaubnis (auch beschränkten) nach dem Heilpraktikergesetz. Zur Feststellung von Erkrankungen und Vorschlagen der am besten geeigneten notwendigen Therapie, wenn eine wirklich erforderlich ist, ist Wissen erforderlich. Die Tätigkeitserlaubnis soll zumindest sicher stellen, dass genügend Wissen vorhanden ist, um den Patienten nicht zu schädigen.

Aufgrund dieses Wissen, erweitert auch durch fachliche spezifischere Kenntnisse, hat die entsprechende Information an den Patienten zu erfolgen. Es ist im Regelfall unmöglich, ohne umfassende, vollständige und wahre Information eine freie Entscheidung gemaß den Grundrechten zu treffen. Ein Heilkundler ist nicht (außer im Notfall vorübergehend für den Notfall) verpflichtet, jemanden überhaupt zu behandeln. Geht er einen Behandlungsvertrag ein, der nach dem Zivilrecht wirksam sowohl mit Arzt wie auch Heilpraktiker geschlossen wird (auch mündlich wirksam), ist er verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen, unter Einsatz seines ganzen Könnens tätig zu werden und entsprechend vorab umfassend zu informieren (Aufklärung). Zum Zwecke einer freien Entscheidung des Patienten zu dem Vorgeschlagenen.

Dabei darf er sich nicht von Interessen Dritter (oder den Interessen seines „Nebenerwerbs“) beeinflussen lassen und damit in einer bestimmten Weise die Entscheidung des Patienten lenken.

Gibt es solche, muss entsprechend vorab darauf hingewiesen werden, dass Interessenkonflikte mit denen des Patienten bestehen könnten – und es wäre notwendig, Alternativen aufzuzeigen. Der Patient muss von vorne herein eine mögliche „Lenkung“ der Informationen, die seine Entscheidung beeinflussen können, erkennen und berücksichtigen können.

Eine Zustimmung zu, Einwilligung in, Handlungen kann ansonsten als unwirksam entfallen und ggf. strafrechtliche und zuvilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen.

Im Unterschied zu „Gesundheitsdienstleistern“, die grundsätzlich Leitungen anbieten, die keine Erkennung und Behandlung konkreter Erkrankungen bedeutet, liegt darin, dass in diesen Fällen der Kunde – es ist kein Patient – bestimmte Leistungen gemäß Angeboten verlangen kann. Wie in einem Laden.

Der Heilkundler darf in der Heilkundeausübung nur die notwendigen und erforderlichen Maßnahmen vorschlagen. Die darüber hinaus (allgemein Wünschenswerten) gehören zu den Gesundheitsdienstleistungen, nicht mehr der Heilkunde. Das trifft auch auf den Bereich IgeLeistungen zu. Die heißen ja nicht umsonst „individuelle Gesundheitsleistungen“ und nicht Heilkundeleistungen.

Es ist zwar nicht Zwang, zu tun, was der Heilkundler vorschlägt, jedoch muss der auch nicht machen, was der Patient wünscht. Gerade dann nicht, wenn diese Wünsche nicht der Vorgabe der (bestmöglichen) Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit entsprechen.

Es besteht kein Zwang, den „Kaufwünschen“ des Patienten zu entsprechen. Der Patient darf sich als „Kunde“ zwar Körperverletzungen wünschen, so bei „medizinischer“ Kosmetik, Schönheitschirurgie, auch Tatoo und Piercing oder besonderen Sexualpraktiken, im Zusammenhang mit der Heilkundeausübung sind solche Wünsche nicht zu erfüllen. Tut das der Heilkundler doch (was ihm erlaubt ist), handelt er hier als Dienstleiter für „Konsum“ mit entsprechenden auch steuerlichen Konsequenzen. Er übt dann nicht den Heilberuf aus, selbst dann nicht, wenn zur Handlung medizinische Kenntnisse vorgeschrieben sind. Medizin bedeutet nicht Heilkundeausübung

Natürlich verliert er dabei auch Arbeitszeit, Sprechstunden, für seinen eingetlichen heilkundlichen Bereich. Aber: wenn er da zu wenig zu tun hat und Einnahmen braucht … Oder, wenn er mit „Verkaufen“ besser ver dienen kann in der gleichen Zeit ...

Der Heilkundler ist frei darin, gemäß seinem Wissen zu entscheiden, was denn angemessen und notwendig ist. Ein Bindung an Methoden oder Theorierichtungen besteht nicht. Therapiefreiheit. Auch die „evidenzbasierte Schulmedizin“ mit ihren Methoden ist eine Theorie- und Denkrichtung, keine Pflicht. Leitlinien sind für den jeweiligen Einzelfall nicht bindend, nur die individuell erkannte Notwendigkeit von (Be-)Handlungen. Jedoch verbindet sich mit der Führung der Berufsbezeichung „Arzt“ die allgmeine Erwartung vorwiegend nach den Regeln der „Schulmedizin“ behandelt zu werden und mit der Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ die Erwartung, davon abweichende Sicht und Handlungsweisen zu finden. Eine Vorselektion der Patientenetscheidung kann sich daraus ergeben.

Solche Bindungen an Denkweisen und Theorien wie vorgeschlagene Methoden sind Formen der Beeinflussung des Heilkundlers. Entsprechend ist der Patient darüber zu unterrichten und muss die Möglichkeit bekommen, in seiner Auffassung betreffend den erläuterten „Sichtweisen“ über eine Einwilligung zu entscheiden.. Er muss informiert sein daraüber, dass die Behandlung/ der Behandler z.B. bestimmten Glaubensrichtungen anhängt, wenn sich aus diesen die Begründungen für die Behandlungsempfehlung ableiten. Genauso wie er erfahren muss, wenn der Behandler mit Methodenanwendung oder Mittelverordnung Interessen anderer, denen er vielleicht durch Verträge noch verbunden ist, einbezieht oder zum Zentrum machen könnte.
Keinesfall darf dabei die Zustimmung über angstmachende Darstellung erwirkt werden oder im Falle der Ablehnung Angstgefühle geweckt werden. Auch nicht über unzutreffende (unbewiesene) Aussagen über zu erwartende Wirkungen und Erfolge. Das verbietet schon das Heilmittelwerbegesetz zum Schutze des Patienten und seiner Entscheidungsfreiheit.

Die Praxis des Heilkundeausübenden ist kein Ladengeschäft, das Kunden mit Angeboten lockt oder Nachfragen nach Dienstleistungen erfüllt. Auch wenn man z.B. im Internet einen solchen Eindruck bekommen könnte. Die Praxis ist von daher nicht auf Umsatz ausgerichtet und entsprechende Rendite.

Deswegen war und ist es üblich, das Praxen keine Kapitalgesellschaften sind, die über Umsatz Erfolge bringen. Das würde dann bedeuten, dass der dafür tätige Heilkundler den Interessen der Betreiber zu folgen haben, insbesondere, wenn diese abhängig beschäftigt sind. Die abhängige Beschäftigung birgt immer solche Abhängigkeiten in sich. Doch ist sie für die Existenzsicherung des Heilkundlers viel sicherer, als seine freie Praxistätigkeit mit den genannten Beschränkungen.

Eine gewissen Form der Abhängigkeit, Einmischung von anderen Interessen, ergibt sich bei Ärzten durch die Zulassung bei gesetzlichen Krankenkassen. Diese sollen zwar nicht betreffend der Versorgung konkreter Patienten auf Politik, Firmeninteressen , Betriebs- und Volkswirschaft hören. Sie müssen es aber doch, allein schon durch die gesetztliche Wirtschaftlichkeitsvorgabe, die mit der Aufgabe, die bestmögliche Diagnostik und Therapie im Einzelfall zu bezahlen, kollidieren kann. Hier gibt es von Dritter Seite Vorgaben, was als notwendig und angemessen zu gelten hat. Für gesetzlich Krankenversicherte ist damit die freie Therapiewahl – zumindest was das Bezahlen betrifft – beschränkt; was das Bezahlen durch die anonyme Masse der Versichertengemeinschaft betrifft, für Selbstzahler gibt es keine Beschränkung. Außer natürlich die Bindung des Behandlers gemäß Behandlungsvertrag an das nach seinem Wissen und Gewissen Bestmögliche und Notwendige.

Und da tun sich neue Problemdfelder auf: Es ist schwer zu prüfen, was tatsächliche tiefe Überzeugung des Sache wegen ist und was nicht doch irgendwie anderen Interessen und zusätzlichem Gelderwerb dient.

K.-U.Pagel 02.2019

Montag, 18. Februar 2019

Heilkunde für den Patienten oder Förderung von Interessen Dritter?

Heilkunde für den Patienten oder Förderung von Interessen Dritter?


Wer die Heilkunde betreibt, nach Gesetz sind das Ärzte, wenn sie dafür die Approbation haben und Heilpraktiker aufgrund dere erteilten Erlaubnis übt das grundsätzlich immr nur an einer bestimmten Person aus. Er wird von dieser Person dafür bezahlt, bzw. Krankenkassen zahlen dafür, dass jedes einzelne Mitglied die volle Leistung in der Ausübung der Heilkunde zur diese Person bekommt.


Das bedeutet: Mit der Bezahlung für die Heilkundeleistung ist der Heilkundetreibende einzig der Person des Patienten verpflichtet und darf dabei keine weiteren Nebeninteressen verfolgen, keinen anderen zu dessen Gunsten fördern.Es besteht Treuepflicht. Sollten irgendwelche Nebeninteressen gepflegt werden, z.B. Geschäftsinteressen anderer – gegen Bezahlung des Heilkundlers oder ohne – verbunden sein, dann ist darüber vorab zu informieren. Der Patient muss das wissen, bevor er das Mandat für die heilkundliche Betreuung an den Arzt oder Heilpraktiker überträgt. Das sind schon Folgen aus dem Behandlungsvertrag.


Es wäre an sich für einen Arzt oder Heilpraktiker ein Interessenkonflikt – und immer dem Patienten klipp und klar zu sagen - , wenn er z.B. für den Hersteller oder Vertreiber einer Arznei, eines NEMs, Diagnosegerätes oder -verfahrens tätig ist oder war und wenn dessen Präparate oder Verfahren dem Patienten vorgeschlagen werden. Der Patient sollte es auch erfahren, wenn der Behandler von Dritter Seite irgendwelche Zuwendung bekommt, wenn der Patient vorgeschlagene Leistungen in Anspruch nimmt und bezahlt. Denn es ist üblich, dass solche Zuwendungen immer in die Kalkulation des Preises eingehen und somit der Patient auf den Umweg über Zuwendungen den Behandlern eine versteckte zusätzlich Vergütung zukommen lässt.


Es ist nicht im Sinne der Heilkundeausübung, die allein das Wohl des einzelnen Patienten im Auge haben darf, wenn irgendwelche Maßnahmen mit abstrakten Angaben begründet werden, die nicht dem Behandlungszweck dienen. Ob insgesamt irgendwelche Summen eingespart werden können, für einen Betrieb oder eine Volkswirtschaft, oder die Versichertengemeinschaft der Krankenkassen ist für den betroffenen Kranken irrelevant und darf keine Rolle für den Behandler spielen.

Gesundheitsökonomie und Heilkunde passen einfach nicht zusammen. Auch die Tätigkeit in der Gesundheitswirtschaft und der Heilkunde konkurrieren von Ziel und dem „Auftraggeber“ her. Denn das wirtschaftliche Interesse einer Firma ist nicht das des Patienten geschweige denn dessen Gesundheitsinteresse.

Es ist von daher fragwürdig, ob man dem Patienten einen falschen Eindruck machen sollte, vielleicht Vertrauen wecken sollte, das gar nicht angebracht ist, wenn man in der Tätigkeit für die Gesundheitswirtschaft eine Berufsbezeichnung führt, Arzt oder Heilpraktiker, die man dabei gar nicht erfüllt. Wer für eine Firma tätig ist und deren Interesen fördert übt keine Heilkunde aus und darf gar nicht das Patienteninteresse über alles, vor allem nicht die Pflichten gegenüber dem Auftraggeber stellen.

Ein Aspekt, den inzwischen auch Ärztekammern bezüglich leitenden Ärzten in Krankenhausbetrieben erkannt haben. Jede fallabhängige („Provisonen“) Bezahlungsregelung hat immer zunächst das Interesse der Klink im Blick, nicht des Patienten. Keine Leistung (z.B.OP) für die Klinik weniger Umsatz, für den „Chefarzt“ weniger Honorar. Im Sinne des Patientennutzes, des Heilkundauftrages ist ein Kompromiss (nur ein bisschen Operation) nicht möglich. Nicht ein wenig Patientennutzen, ein wenig Firmennutzen, ein wenig mehr Einkommen für den Behandler.
Die Rechtsprechung ist an sich eindeutig, auch wenn zu wenige der Fälle vor Gericht landen. Viele Patienten haben einfach Angst, sich zu wehren. Zu laut könnte sich die gut finanzierte Lobby der Gesundheitswirtschaft auch zugunsten ihrer Mitarbeiter (Ärzte, Heilpraktiker) schützend (politisch) einschalten. So meine Einschätzung.

Ein besonderer Problembereich sind Behörden oder (öffentlich- rechtliche Institute) in denen Ärzte (wohl kaum Heilpraktiker) tätig sind und die die heilkundlichen Interessen einer anonymen Bevölkerungsmasse zu vertreten (?) bzw. zu überwachen haben. Diese üben als Behörden und Institute keine Heilkunde aus. Aber sie können Ärzte beauftragen, in ihrem Interesse die Heilkunde auszuüben. Wem sind dann die Ärzte verpflichtet? Den Interessen, auch politischen, der Behörden oder Instititionen oder den Interessen derer, an die sich die Heilkunde richtet, des konkret individuell Erkrankten oder konkret von Krankheit Bedrohten? Auch gegen Behördeninteressen, Treuepflicht? Entlassungsgrund?

Ein Gesundheitsministerium, dass nicht klar unterscheidet, dass es zum einen für Heilkunde zuständig ist und zum anderen für die allgemeine Gesundheitserhaltung und -erziehung und da klare Grenzen zieht, wäre fehlgesteuert. Allgemeine Gesundheits(dienst)leistungen dienen dem täglichen Leben, der Lebensqualität und unterliegen den Konsum, was man sich so gönnen will. Da mag Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer, denn der Einzelne erhoft für sich Gewinn) gut fließen. Doch Heilkunde, umsatzsteuerfrei, weil kein Zusatzgewinn durch das Genesen zu erzielen sein soll, muß frei gehalten werden von jeder Einmischung durch Wirtschaftsinteressen und auch frei bleiben von irgendwelchen volkswirtschaftlichen Rechnereien. Hier beratend tätige Ärzte dürfen nicht von Wirtschaftsfirmen oder politischen Interessengruppen in irgend einer Weise abhängig sein oder auch nur „Zubrote“ bekommen. Das sollte auch gelten für solche in öffentlich-rechtlichen Institutionen wie das Robert-Koch-Institut, das ja mit seinen Empfehlungen für Gewinne, hier der Impfwirtschaft, beiträgt und deswegen Ziel von „Lobby- Informationsattaken“ sein könnte – wohl schon lange ist (?).

Es ist eine schönes Märchen, dass diejenigen, die gerne von der Industrie als Berater oder Studienleiter gesucht sind, tatsächlich die besseren heilkundlichen Fachleute sein müssen. Vielleicht haben sie deswegen schon lange keinen wirklichen tagtägliche Patientenkontakt mehr, oder nur durch Zuarbeiter? Wegen der vielen Berater- und Verbandsfunktionärsaufgaben? Vielleicht können sie nicht gegen Studienergebnisse diskutieren, an denen sie selbst beteiligt waren und sich damit wieder einen Ruhmpunkt mehr gesammelt haben? Voreingenommen? Wer für eine Firma immer wieder günstige Vorträge gehalten hat, kann kaum kritisch den positiv dargestellen Punkt hinterfragen. Dann wären vielleicht auch weniger Vorträge, die ja dem persönlichern Ansehen förderlich sind, beauftragt?

Da bin ich nicht der Erste, der diese Meinung vertritt und darauf hinweist. Doch scheint es illusorisch, zu erwarten, dass bei dem nicht großen Kreis der davon Begünstigten aber Maßgeblichen eine Änderung ausgehen könnte. Könnte man da von Seilschaften (im Alpinismus nichts Böses) sprechen? Auch Gesundheitsminister werden nach Interessenlagen bestimmt, die primär die Regeln der Heilkunde- Patienteninteressen zuerst, dann ganz lange nichts -, als die ihren ansehen.
Es ist, wie bei Firmen: Wer für eine Firma arbeitet, hat das mit vollem Einsatz und unter Berücksichtigung der Interessen und Ziele dieser Firma zu tun. Wer für ein Krankenhaus arbeitet, tut das von daher im Sinne des Krankenhauses. Wer für eine Kapitalgesellschaft, die z.B. ärztliche Versorgungsleistungen anbietet (ärztliche Versorgungszentren) arbeitet, arbeitet für diese. Für eine Behörde, ein Ministerium zählt eben nicht ausschließlich das Interesse des jeweilgen Patienten, eher dass einer anonymen statistischen Masse.


Darum darf sich keine Behörde oder Institution, die gesundheitswirtschaftliche Aufgaben erfüllt, keine Firma, kein Pharmakonzern gekränkt fühlen, wenn man ihr/ihm mit Skepsis gegenüber tritt, auch wenn sie so vertrauenswürdige Personen wie Ärzte beschäftigt. Die Gesundheit jedes Einzelnen soll doch gar nicht das Interesse dieser Einrichtung sein, sondern immer Eigeninteressen wie Gewinn oder Förderung von „Allgemeininteressen“ volkswirtschaftlicher Art, zumindest weit vorne.

Es ist Aufgabe der Heilkundausübenden, Ärzte wie Heilpraktiker, in dieser Tätikeit das Wohl ihrer „Mandaten“ voll zu vertreten, indem sie Interessen von Dritten völlig außer Acht lassen und z.B. nur das den Patienten empfehlen, was tatsächlich notwendig, sinnvoll und angemessen ist, im jeweiligen individuellen Patientenfall. Unabhängig von irgendwelchen unpersönlichen Leitlinienempfehlungen und „Vergütungen“ durch Dritte und auch ohne Angst, dass Dritte „verärgert“ Druck ausüben könnten. So z.B. das für die wunderbare und beliebte Vortragsveranstaltung einer Firma keine Einladung mehr ausgesprochen wird.


So meine Meinung als jemand der über 35 Jahre lang selbständig in der Heilkunde tätig war und noch ist. In der Heilkunde, nicht der allgemeinen Gesundheitsförderung als Konsumgegenstand oder im Nebenverdienst an den dem Patienten empfohlenen Maßnahmen.

Es gibt keinen Grund, meine Ideen als Pauschalvorwürfe an alle Firmen, Institutionen usw. fehl zu deuten. Jedoch müssen Denknstöße erlaubt und auch gewollt sein.

K.-U.Pagel 02.2019

Der nächste Beitrag wird hier den Blick darauf richten, was Heilkundeausübung an Pflichten für den Tätigen und auch an Rechten für den Patienten bringt. https://heilkundeimkontext.blogspot.com/2019/02/heilkunde-fur-den-patienten.html

Donnerstag, 14. Februar 2019

Grippeimpfung – wo liegt der Nutzen für den Einzelnen?


Ich habe mal einiges gelesen, um Fragen, die sich mir zum Sinn der Grippeimpfungen stellten vielleicht zu klären. Dabei habe ich Wert darauf gelegt, Quellen zu benutzen, die nicht im Verdacht der Impfgegnerschaft zu stehen. Das ist es, was sich mir als Ideen ergab:

Was erwartet man von der typischen Impfung – und das wird von den meisten auch erfüllt?

Von den sogenannten Kinderkrankheiten ist man es gewohnt: Sie treten nach dem erstmaligen Kontakt mit Krankheitserregern, typíscherweise in der (frühen) Kindheit auf. Der Organismus setzt sich mit diesen auseinander und in den allermeisten Fällen bildet das Immunsystem Antiköper aus und hält diese auf Vorrat bzw. speichert den Bauplan in Gedächtniszellen, so dass bei späteren erneuten Kontakt mit den Erregern diese so früh und schnell erkannt und inaktiviert werden können, dass keine erneuten Krankheitszeichen auftreten. Die Erreger können sich dann auch nicht oder nur so wenig im Organismus vermehren, dass der Betroffene diese in größerer Zahl mittels der Krankheitssymptome (z.B. Husten oder Niesen) an andere weiter geben kann, so wie es der akut Erkrankte tut.

Achtung: Selbstverständlich kann ein Geimpfter für eine mehr oder minder kurze Zeit Erreger, die an ihm, seinen Händen, seiner Kleidung usw. haften weiter verbreiten. Das kann durch eine Impfung nicht verhindert werden. Abhängig ist das unter anderem von der Art und „Überlebensfähigkeit“ der Erreger außerhalb eines Wirtes.

Deswegen sollte auch der Geimpfte, der gerade Kontakt mit einem Infizierten hatte, alle Maßnahmen beachten, die ein zeitnahes Weitertragen weniger wahrscheinlich machen: Hände waschen und Fernhalten von Personen, die besonders anfällig für die Infektion sein könnten oder/und dadurch höhere Komplikationsrisiken haben könnten.

Das gilt selbstvertsändlich für den Erkrankten: Nicht der der angesteckt wird ist Schuld, der der weiß, dass er wahrscheinlich ansteckend ist (erkrankt), aber nicht den anderen davor schützt, ist eher Schuld. Schutz des anderen durch richtiges Husten und Niesen, Händewaschen und möglichst Kontaktvermeidung. Man fühlt sich nicht biologisch unnötig schlapp und krank, sondern um sich entsprechend zurück zu ziehen und die Kräfte zum Gesundwerden zu nutzen. Auch im Bett.

Sich krank zu fühlen und die Ruhe und den Rückzug suchen ist biologisch sinnvoll und sollte auch umgesetzt werden. Ein Fieber senkendes Mittel, ein Mittel gegen Kopfweh und Schlappheit beseitigt die Erreger und damit die Ansteckungsgefahr nicht. Es erhöht das Risisko, dass man andere anstecken geht.

Man erwartet als für sich als Geimpfen, dass eine Infektionskrankheit, gegen die man geeimpft wird (künstlich mit möglichst wenigen Symptomen krank gemacht wird) danach voraussichtlich über viele Jahre oder bis zum Lebenende gesehen nicht mehr mit seinen Symptomen auftreten kann.

Dafür nimmt man dann auch in Kauf, dass üblicherweise Reaktionen am Ort der Impfung oder für den gesamten Organismus auftreten können, mehrere Tage auch anhaltend, jedoch mit eher leichter Symptomenstärke. Die Risiken der echten Erkrankung und deren meist heftigeren Beschwerden sieht man so weitgehend verringert. Doch weiß man garnicht, ob man überhaupt die Erkrankung bekommen würde und wenn, ob in heftiger Weise.

Die typischen Impfungen gegen die Kinderkrankheiten, z.B. Masern und Mumps, auch Kinderlähmung erfüllen solche Erwartungen im Regelfall. Natürlich muss man auch die Art der Impfung: mit abgetöten, nicht mehr vermehrungsfähigen Erregern oder mit abgeschwächt krank machenden (attenuierten, „Lebendimpfung“) vermehrungsfähigen Erregern beachten. Eine „Lebendimpfung“ mit anlaufenden Abwehrreaktion, Entzündungen leichter Art vermag durch besondere „Zusatzfaktoren“ des Organismus vielleicht den Impferfolg steigern.

Jedoch ist da die Gefahr der Impferkrankungen, z.B, Impfmasern, gegeben, evtl. könnten andere Personen mit dem Impferreger angesteckt werden und erkranken.

Das befürchtet man bei der „Lebendimpfung“ gegen Influenza über Nasenspray, die für Kinder empfohlen wird.

Dazu ist bekannt, so von den Windpocken, dass die Erreger, hier die Varizellenviren, auch in ihrer abgeschwächten Variante in Nervenzellen des Geimpfen verbleiben können und so im Alter die Gürtelrose (Herpes Zoster) bewirken können.

Manche Impfungen muss man wenige Male in bestimmten Zeiträumen wiederholen oder auffrischen, um dann doch einen Dauererfolg zu erzielen.

Man verbindet mit den typischen Impfungen keinesfalls die häufige Wiederholung gar jährliche Neuimpfung, um einen befriedigenden Erfolg haben zu können.


Wie ist es hier mit der Influenzaimpfung?

Der dargestellte Dauerfolg ist nicht gegeben. Es tritt keine andauernde Immunität auf. Man muss Jahr für Jahr neu impfen. Und dann mit etwas, was auch bei anderen Impfungen auf Bedenken der zu Impfenden oder Ihrer Eltern stößt: mit einer Kombiimpfung gegen mehrere mögliche Erreger gleichzeitig.

Es ist nicht bekannt, dazu ist die Zeit der Impfpraxis zu kurz und auch eine intensive Langzeitbeobachtung nur schwer praktisch durchzuführen, welche Folgen dieses jährlich wiederholte Impfen mit zum Teil den gleichen oder ähnlichen Erregern haben kann. Gerade beim älteren Menschen. Es mag dazu vielleicht stsistische Berechnungen und Schätzungen geben?

Es scheint auch nicht so zu sein, dass diese Impfung wirklich so gut vor schwerem Erkrankungsverlauf oder Komplikationen zu schützen vermag, dass man sie allgemein dringend empfiehlt. Bei bekannt sicherem Nutzen gegenüber entsprechend wahrscheinlicheren Risiken wäre das dann naheliegend. So wird die Impfung nur bestimmten Risikogruppen empfohlen (s.u.).

Man braucht sie also allgemein nicht wirklich?

Das Problem ist, so wird es gesagt, dass die Erreger, Influenzaviren, verschieden sein können und in den Typen dann auch noch Untertypen und davon Untertypen haben können. Sie sind dabei sehr wandlungsfähig und können schon während einer Infektionswelle ihre „Gestalt“ ändern. Damit könnte dann ein zunächst wirksamer Teil der inzwischen 4-fachen Impfung (4 verschiedene Virustypen) den passenden Gegner verlieren und unwirksam, zumindest vermindert wirksam werden.

Studien weisen auch daraufhin, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs geringer ist, je später die Grippewelle beginnt, da sich die Grippeviren in der Zwischenzeit bereits verändern konnten.“

Aus:


Heißt das: In November geimpft, im März, wenn die Grippe dann doch kommt, schon wirkungslos?

Während man bei den „Kinderkrankheiten“ im Grunde wenige Mengen nachproduzierter Impfstoffe braucht, man impft im Grunde nur die Nachgeborenen, braucht man bei Influenza jedes Jahr neu größere Mengen. 2019 hat das schon zu Lieferproblemen geführt. Bei den Älteren gibt es viele, die die natürliche (Kinder-) Krankheit hatten und von daher immun sind und auch viele, die früher als Kinder geimpft wurden und weiter immun sind. Wer mal die Grippe hatte oder geimpft wurde, ist schon in der nächsten Saison kaum noch davor geschützt?

Das bedeutet, dass jedes Jahr aufs Neue für viele Menschen langwierig und aufwändig Grippe-Impfstoff neu hergestellt werden muss.

Zahlen dazu (vom Robert-Koch-Institut RKI): „So wurden in Deutschland im Jahr 2011 rund 35 Millionen Impfstoffdosen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abgerechnet. Etwa 40% davon entfiel auf die jährliche Grippeschutzimpfung, ein weiterer großer Anteil auf die Impfungen von Kindern“.


Und dazu die Aussage, die gegen eine generelle Impfablehnung spricht:

Über 90 Prozent der Kinder werden in Deutschland geimpft. Die Impfbereitschaft ist also hoch.“


40% der Impfstoffstoffe allein für Grippe, Welch ein extremer Aufwand bei an sich unsicherem Erfolg. Man muss den Impfstoff lange vor dem Ausbruch einer Grippewelle zu produzieren beginnen und keiner weiß da schon wirklich, welcher Erreger hauptsächlich für die Erkrankung verantworlich sein wird und wie er sich verändern könnte. Darum probiert man inzwischen 4 verschiedene Virentypen, die – oder einer davon - (vielleicht) kommen könnten, zu kombinieren. Jahr für Jahr. Dem stehen ettliche andere Krankheiten gegenüber, deren Erreger man sicher kennt und gezielt gegen diesen anhaltend immunisieren kann mit „konstantem“ Impfstoff.

Man hofft, durch konsequentes Impfen einer großen Zahl von Menschen diese „festständigen“ Krankheiten, ihre Erreger, ausrotten zu können. Das Ziel ist für die Grippe gar nicht denkbar.. Man hofft auch, durch einen große Zahl Geimpfer, die nicht mehr erkranken können, eine Ausbreitung der Infektion auch bei Nichtgeimpfen (man nennt hier immer die, die wegen Krankehit oder persönlichen Besonderheiten nicht geimpft werden dürfen), dann zu verhindern („Herdenschutz“). Das ist bei der Influenza kaum jemals zu erwarten, da keine weitestgehende Immunisierung der Bevolkerung erreicht werden kann. .

Vergessen wir nicht, sie wird ja nur für einen Teil der Bevölkerung empfohlen. Vielleicht auch weil es unmöglich erscheint, jedes Jahr aufs Neue vielleich 90 % der Bevölkerung überhaupt mit Impfstoff versorgen zu können? Da liegt auch jede Idee, eine Impfpflicht gegen Influenza einführen zu wollen sehr weit ferne.


Für wen wird die jährliche Grippeimpfung empfohlen?


zitiert: „Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung für die folgenden Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko von Komplikationen durch die Grippe haben (Stand 2017/2018):
  • Alle Menschen, die 60 Jahre oder älter sind
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Dazu gehören unter anderem chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Leberkrankheiten, Nierenkrankheiten, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten, wie etwa Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Abwehrschwäche
  • Personen (z.B. Angehörige, Pflegende), die privat oder beruflich von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personen mit Grundkrankheiten (siehe oben), bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Grippeimpfung gibt, wie z.B. Personen mit dialysepflichtiger Nierenerkrankung oder Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche.
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, zum Beispiel medizinisches Personal
  • Alle gesunden Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und Schwangere mit einer chronischen Grundkrankheit ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln“


Es handelt sich um eine Pauschalempfehlung. Nicht jeder über 60 Jährige hat tatsächlich persönlich ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei einer Gripperkrankung. Man beachte, dass es nicht darum geht, überhaupt Risiken für Komplikationen durch die Impfung zu vermindern, nur eben erhöhte Risiken. Darum ja auch keine Empfehlung für die Bevölkerung allgemein. Das Risiko für Komplikationen ist da wohl hinnehmbar?


Als solche möglichen Komplikationen nennt GlaxoSmithKline Group of Companies in ihrer Infoseite:

Komplikationen: Mittelohrentzündung, schwerer Verlauf mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen oder schwer und heftig verlaufende Lungenentzündung mit Todesfolge.“



Zweifelsfrei können solche Komplikationen auch bei anderen Infektionen der Luftwege auftreten, nicht nur bei Influenza. Was wie Influenza aussieht, ist noch lange nicht Influenza, kann den offiziellen Informationen des RKI entnommen werden:



Die folgenden Ergebnisse beruhen auf Daten von 1.368 ILI-Patienten aus 126 AGI-Sentinelpraxen mit einem Erkrankungsbeginn zwischen der Kalenderwoche 43/2016 und 5/2017. Insgesamt wurden 516 ILI-Patienten (38 %) mit einer labordiagnostisch gesicherten A(H3N2)-Influenza-Infektion („Fälle“) und 852 ILI-Patienten (62 %) mit einem negativen Test auf Influenza-Viren („Kontrollen“) in die Studie eingeschlossen.“

Das bedeutet doch, dass knapp 1.400 Personen wegen influenzaartigen Beschwerden (ILI Influenza like Illness) diese Praxen aufsuchten. Tatsächlich konnte nur bei 38 % davon Influenza nachgeweisen werden. Die anderen hatten wohl was anderes, aber bei gleichen Symptomen, entsprechenden Risikofaktoren vergleichbare Komplikationsrisiken?

Und weiter im Zitat: „Betrachtet man den Zeitraum nach dem Jahreswechsel, mit einer verstärkten Influenza-Aktivität, waren 8 % der Fälle und 11 % der Kontrollen geimpft.“

Was heißt das? Werden ausschließlich die Personen gezählt, die in den ersten 5 Wochen 2017 zur Behandlung kamen? Wieviel waren das dann von den rund 1.400 der beobachteten 14 Wochen? Wieviel davon mit nachgewiesener Influenza? Ist dann die Gesamtzahl noch statistisch aussagefähig? Und wieviele davon gehörten zur Gruppe der über 60 Jährigen, denen die Impfung empfohlen wird?

Indirekt findet man die Antwort: „Aufgrund des geringen Anteils von geimpften Personen und Personen ab 60 Jahre in der Studienpopulation ist die Interpretation der Ergebnisse v. a. in der Altersgruppe ab 60 Jahre eingeschränkt.“

Und noch eine Aussage bringt Zweifel: „ In dieser Altersgruppe ist die Grippesymptomatik häufig nicht so typisch wie bei jungen Erwachsenen oder Kindern, insbesondere muss die Erkrankung nicht mit Fieber einhergehen.“

Gerade weil die Symptome anders sein können als bei ILI bzw. Influenza ist unklar, ob überhaupt viele über 60 Jährige hier erfasst werden konnten. Bei denen ist dann wohl die Gefahr, das gar nicht frühzeitig solche Risiken beachtet werden könnten (infolge der Impfung) hoch? Zitat: “ Während der Grippewelle sollte auch bei geimpften Patienten mit ILI-Symptomatik an eine Influenza-Erkrankung gedacht werden. Dies gilt besonders für ältere und hochbetagte Menschen, und andere Risikogruppen, die bei Zirkulation von Influenza A(H3N2)-Viren ein besonders hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.“

Nehmen wir mal die Zahlen: 8 % der Personen mit Inluenza waren geimpft, 11 % bei der Kontrollgruppe mit ähnlichen Symptomen. Bei diesen 11 % konnte die Impfung nichts verhindern,, es war ja keine Influenza. Das spricht für eine insgesamt niedrige Impfquote bei allen Personen. Wenn man die Impfungsunabhängige Erkrankungsquote von 11 % Geimpfte an der Nichtinfluenza (Kontrollgruppe) als Maß nimmt, so sind es 3 % weniger Erkrankte Geimpfte bei den Influenzafällen. Klingt nicht besonders überzeugend für einen Impfschutz.? Aber, wenn man das anders ausdrückt, so wie das gerne mal gemacht wird: 3 % von 11 % sind rund 25 % weniger. Klingt schon erfolgreicher.

Im Internet konnte ich keine Zahlen finden zur Impfquote für die gesamte Bevölkerung. Für die Altersgruppe über 60 Jahren finde ich für den hier genannten Zeitraum 2016/2017 im Bulletin zu Impfquoten des RKI, dass 34,8 % dieser Personengruppe gegen Influenza geimpft war.



Nur, wieviele aus dierser Personengruppe sind bei den Sentinelpraxen erfasst worden?


Wie groß ist die Schutzwirkung der Grippe-Impfung?


Zur Impfqute bei über 60 Jährigen heißt es an anderer Stelle:

Leider sind gerade bei den Senioren die Impfquoten mit rund 35 Prozent besonders niedrig“, sagt RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Auch wenn eine Impfung nicht zu 100 Prozent vor einer Grippe schütze, so könnten doch viele Erkrankungsfälle und schwere Verläufe verhindert werden“.


Klingt toll: „nicht zu 100% schützt“.Was sagt das RKI, dessen Präsident da zu Worte kam über den Schutz? „Auch wenn durch die Impfung weniger als die Hälfte der Geimpften vor einer Erkrankung mit Influenza geschützt ist, ...“



Weniger als die Hälfte ist geschützt und er spricht von „nicht zu 100%“. Verbale Verschleierung und Verharmlosung eines gegenüber anderen Impfungen „jämmerlichen“ Ergebnisses?

Es geht bei einer Erkrankung immer um den Einzelnen, nicht um ein Kollektiv oder eine Gesamtzahl an Erkrankungen, die vielleicht durch Impfung verhindert wurde. Hier wäre allenfalls weniger als die Hälfte der Erkrankungen aufgetreten, an echter Grippe nicht ähnlichen Symptomen. Ob nun jemand sich persönlich durch die Impfung effektiv schützen kann, ist mit einer geringen Erfolgsquote von 50% anzusetzten. Und dann ist unklar, wie man erkennen kann, dass jemand eher Schutz bekommt und der andere eher weniger.

Klar bleibt es die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, ob er sich Impfen lässte. Doch klare vollständieg Informationen sollten vorab gegeben werden, ohne beschönigen (nicht zu 100% statt weniger als 50 %), so meine ich.

An anderer Stelle eine klare Aussagde des RKI: "Der Einfluss der Impfquote auf die Schwere einer Grippewelle ist begrenzt. Zum einen ist die Impfquote vergleichsweise gering (etwa ein Viertel der Bevölkerung ist geimpft), und die Wirksamkeit der Impfung ist nicht optimal (etwa 50% der Geimpften sind geschützt) und kann zudem stark schwanken. Dennoch ist die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Influenza-Erkrankung" . Es gibt scheinbar nicht beseres, da ist selbst Unbefriedigendes noch gut? Vieleicht wäre ein konsequente Übertragungsvermeidung die bessere Wahl. Doch warum, wenn man sich geschützt wähnt?

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ_Liste.html
  Thema: Warum verlaufen die Grippewellen unterschiedlich schwer?

Zu den Zahlen, die aus dem RKI stammen:


Die Grippeimpfstoffe haben in verschiedenen Studien bei gesunden Kindern und Jugendlichen insgesamt eine Schutzwirkung von 59 bis 75 Prozent gezeigt. Das heißt, bis zu drei Viertel der Kinder, die ohne Impfung erkrankt wären, sind geschützt.“

Bis zu drei Viertel ja, aber auch nur weniger als zwei Drittel, wenn man nicht die maxialme Zahl zugrunde legt.

Gesunde Erwachsene sprechen auf die Grippeimpfung nicht ganz so gut an wie Kinder und Jugendliche. Die Schutzwirkung liegt bei ihnen zwischen 59 und 67 Prozent.

Und wie ist das bei kranken Erwachsenen?

Bei älteren Erwachsenen fällt die Wirksamkeit mit 41 bis 63 Prozent1 noch etwas geringer aus.“

Wer ist das, wann ist man älter, über 60?

Man findet in der gleichen Quelle dazu: „Aber auch die Leistungsfähigkeit des Immunsystems beeinflusst die Schutzwirkung der Impfung: Ältere Menschen sowie Kinder in den ersten Lebensjahren haben ein schwächeres Immunsystem, so dass die Wirkung der Impfung geringer ausfällt. Dies gilt auch für Menschen mit Grunderkrankungen oder die Medikamente einnehmen, die die Funktion des Immunsystems vermindern – beispielsweise nach einer Organtransplantation.“

Gerade die, die besonders geschützt werden sollen haben die geringste Chance, dass die Impfung auch schützt?


Wie ist es mit den Todesfällen, die der Influenza zugeschrieben werden?

Typischerweise stirbt man nicht, wenn man sonst gesund ist, an der Influenza. Besondere Gefährdungen haben Vorarkrankte mit Herz- und Lungenerkrankungen. Da ist es fraglich, ob zu Recht ein Todesfall der Influenza zuzurechen ist oder im Grunde der Vorerkrankung geschuldet ist und auch bei anderen fieberhaften Erkrankungen und Infekten der Atemwege hätten auftreten können.

Das belastete Herz kann bei Belastung durch Fieber, egal welcher Ursache, überfordert werden. Die schlecht belüftete Lunge kann bei Erkrankungen, die Husten- oder Niesreiz auslösen, bei denen nicht abfließender Schleim in den Bronchien zu Brutstätten für Bakterien werden kann, die Leistung versagen.


Wir kommt man (RKI) an die Todesfallzahlen bei Influenza?


Influenza auf dem Totenschein häufig nicht als Todesursache eingetragen, selbst wenn im Krankheitsverlauf eine Influenza labordiagnostisch bestätigt wurde. Es ist die Erfahrung vieler Länder, dass sich Todesfälle, die der Influenza zuzuschreiben sind, in anderen Todesursachen, wie z. B. Diabetes mellitus, Pneumonie oder »Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems« verbergen können.“

Das klingt gerade so, alsob man nicht zulassen will, dass die schwere Grunderkrankung letztlich Ursache dafür war, dass jemand an der Influenza gestorben ist, nicht die Influenza selbst. Es muss die Influenza gewesen sein! Auslegungssache, auch nach Zweck?

Daher ist es international üblich, die der Influenzazugeschriebene Sterblichkeit mittels statistischer
Verfahren zu schätzen, indem Gesamttodesfallzahlen oder Statistiken zu Pneumonie-bedingten
Todesfällen herangezogen werden.“

Man schätzt also nach irgendwelchen Vergleichsmodellen, damit man Zahlen zu etwas bekommt, wozu es keine verlässlichen gibt. So kann man dann aber Angst und Schrecken verbreiten und vielleicht auch die Nachfrage (die ja derzeit Februar 2019 nicht befriedigt werden kann?) nach Grippeimpfstoffen erhöhen?

Ein Ergebnis nennt der Saisonbericht: „Wie die geschätzten Zahlen zeigen, schwankt die Anzahl der Exzess-Toten beträchtlich zwischen den einzelnen Saisons, je nach dominierend zirkulierendem Influenzavirus und dessen Pathogenität.“

Das allerdings lässt sich schwer vorab prognostizieren, wenn der Impfstoff in die Produktion kommen muss. Es ist auch nicht vorhersehbar, wie unter den Gegebenheiten der Impfstoff wirken wird.


ergibt sich für 2012/2013: „Alleine für die Grippewelle 2012/2013 hat das Robert-Koch-Institut 20.000 grippebedingte Todesfälle für Deutschland errechnet.“


Wie häufig ist die echte Grippe (Influenza)? Und wie wäre der natürliche Schutz dagegen?

Dazu aus:
https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/vorsorge/grippeschutzimpfung-haeufige-fragen

Die Wahrscheinlichkeit einer Grippeansteckung hängt von vielen Faktoren ab. Für einen ansonsten gesunden Erwachsenen mit einem guten Immunsystem ist vor allem die Verbreitung der Grippe ein wichtiger Faktor. Je häufiger man den Grippeviren ausgesetzt ist, umso höher die Chance, dass die Grippeviren sich einnisten. Bei gesunden Erwachsenen ist das in 2 bis 10 Fällen pro 100 Menschen der Fall, je nachdem ob die Grippe grassiert oder weniger häufig vorkommt. Bei Kindern und jungen Erwachsenen ist dieser Wert mit 10 bis 20 Grippeinfektionen pro 100 deutlich höher.“

Wie stark die Altergruppe über 60 ansteckungsgefährdet ist, kann ich nicht ermitteln.

Wie kommt das RKI auf die Zahlen der Grippefälle pro Saison? "Nach jeder Grippesaison wird die Gesamtzahl der über das erwartete Maß hinausgehenden Arztbesuche aufgrund akuter Atemwegserkrankungen geschätzt. Diese Gesamtzahl entspricht vermutlich in etwa der Zahl der arztpflichtigen Influenza-Erkrankungen der jeweiligen Saison."
 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ_Liste.html
Thema: Wie viele Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Influenza?

Man vermutet und schätzt. Allerdings, wenn mal mehr (auch diese Zahl schwankt) akute Atemwegserkrankungen aufgetreten sind, die keine Influenza sind (es gibt verschiedende) dann steigt die vermutete Zahl an Influenzafällen.

Dann heißt es noch: "Daten des RKI-Bürgerportals GrippeWeb deuten darauf hin, dass jeder zweite Erkrankte mit typischen Grippesymptomen zum Arzt geht" Nun geht nicht jede Influenzainfektion mit den "typischen" Symptomen einher. Wieviele das sind ist unklar, weil eben dann nicht nach Influenzaviren gesucht wird bzw. der Patient gar nicht zum Arzt geht und auch bei Befragungen nichts dazu sagen kann.

Ich würde davon ausgehen, dass nicht wirklich etwas zur Bedrohung der Bevölkerung mit Influenza zutreffend gesagt werden kann. Deswegen sollte das auch bei jeder Impfwerbung ganz deutlich gesagt werden um eine unbeeinflusste Entscheidung zu ermöglichen.

Was kann man gegen Ansteckung tun und damit helfen, Notwendigkeiten für die unsichere Impfung zu verringern?

Die letztzitierte Quelle führt aus:

Einfache Hygienemaßnahmen wie das Niesen oder Husten in den Ellbogen tragen sehr dazu bei, dass Risiko für eine Grippeinfektion zu verringern. Das gilt auch für das regelmäßige Händewaschen. Neben der Grippeschutzimpfung verringern vor allem eine sorgfältige Hygiene und eine gute körpereigene Abwehr das Ansteckungsrisiko. Waschen Sie sich mehrmals täglich die Hände. Ein Desinfektionsmittel ist dabei in der Regel nicht notwendig, ein einfaches Handwaschmittel bzw. Seife ist ausreichend. Schmierinfektionen über die Hände sind einer der Hauptübertragungswege für Grippeviren. Türklinken, Lichtschalter oder Geldscheine sind Übertragungsmittel. Mit der gründlichen Handwäsche haben Sie einen der wichtigsten Übertragungswege schon sicherer gemacht. Beim Husten oder Niesen sollten Sie vom vermeintlich guten Benehmen Abstand nehmen. Halten Sie nicht die Hand vor Mund oder Nase, sondern die Armbeuge. Und wenden Sie sich von Menschen ab, wenn Sie husten oder niesen müssen. Das vermindert das Risiko für eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Zudem sollten Sie Einmaltaschentücher – und diese auch nur einmalig – verwenden.“

Wer ist da angesprochen? Oben hatte ich erwähnt, dass nicht der Angsteckte schuld ist, sondern der Ansteckende. Der muss in erster Linie den Kontakt mit anderen vermeiden. Der muss richtiges Husten und Niesen lernen. Das kann man schon im Kindergarten, auch den Gebrauch von Einmaltaschentüchern kann man leicht lernen.

Warum hat man bei einer solchen Infektion Fieber, Kopfweh, Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl mit Mattigkeit und Müdigkeit? Sicherlich nicht, um dann erst recht zur Arbeit zu gehen, ins Theater oder Kino, im vollbesetzten Bus zu fahren, im Fitnesstudio rumzutoben. Klar gibt es Mittel, die Fieber und Schmerzen dämpfen, aber man bleibt die Ansteckungsquelle. Und wieviele Stunden Arbeitsausfall in der Firma verursacht man, wenn man Kollegen zu richtig „mit Viren beschmeist“?


Es wird hervorgehoben, dass zum einen die abwehrunterstützende Wirkung des Fiebers behindert wird (schlechtere Überwindung der Infektion) und zum anderen der Kranke nun fitt ist und trotz seiner Krankheit arbeiten geht und die Infektion verbreitet. Die Zahl der Toten an echter Grippe sei so höher als nötig.

Vielleicht wäre der effektivste Schutz bei Influenza, nein bei Infektionskrankheiten insgesamt, die Verbreitung durch an sich einfache Maßnahmen zu begrenzen? Das richtige Verhalten kann man lernen. Übernehmen wir doch mal wieder Verantwortung für unser (Ansteckungsvermeidungs-)Handeln.

K.-U. Pagel 02/2017

Nachbemerkung: 


Was soll durch den Text angestoßen werden?

Zunächst einmal müssen wir wieder den Einzelnen im Zentrum sehen wenn es um Krankheiten geht. Und zwar nicht in der Rolle des Opfers, das selbst schuld sein soll, wenn es nicht, auch unter in Kaufnahme von vielleicht unnötigen Risiken und Beschwerden, sich zunächst selbst geschützt hat.

Wir müssen, gerade bei Infektionskrankheiten, für die es keine befriedigende Impflösung geben kann, das ist die Influenza, den Täter mit seiner Verantwortung ins Zentrum stellen, die Verantwortung des Erkrankten, seine Infektion nicht weiter zu tragen. Der hat davor zu schützen, dass andere sich anstecken. Auch der geimpfte kann erkranken, nicht nur an Influenza, und dann andere anstecken! Vielleicht wird er, der vermutet, dass ihm nichts passieren kann, zu leichtfertig?

Impfen trägt die Gefahr in sich, davon abzulenken, dass es immer zunächst der Weitertragende ist, der Schuld an der Erkrankung anderer trägt. Gerade bei der Influenza, für die es keine befriedigende Impfung gibt. Eine Impfung, die nur bestimmten Riskogruppen überhaupt empfohlen wird. Alle anderen bleiben gefährdet weil ja unter diesen Kranke sein müssen, die dann die Erkrankung weiter tragen. Und Impfen schütz nicht, nicht mal nahezu 100% vor Erkranken an Influenza. Gerade in der Risikogruppe weniger als 50%, auch wenn man da die sonst verpönten Wirkverstärker zumischen muss, mit allen unklaren (Langzeit-)Folgen für z.B. Menschen über 60 mit verscheidenen chronischen Vorerkrankungen, auch Autoimmunkrankhieten wie Rheuma.

Und: Auch der Geimpfte kann erkranken und die Erkrankung weiter geben, insbesondere, wenn er infolge der Impfung nur geringe Symptome verspürt. Das ist heimtückisch! Dazu kann er anhaftende Erreger, vor allem an Händen, mit bringen. Bei der Grippe schützt die Impfung nicht wirklich vor Krankheitsübertragung an andere. Herdenschutz? Eher nicht.

Was man sehr außer acht lässt, wenn man - unangemessen wenn es um die Gesundheit und Krankheiten des einzelnen Menschen (nicht des Firmengewinnes) geht -, ist die Tatsache, dass nur ein kleiner Teil der Fehlzeiten in der natürlich vorhandenen Winter- und Erkältungszeit mit ihren weiteren Faktoren, die auch bei chronische kranken Älteren die Sterblichkeit erhöhen, auf die echte Grippe entfallen. Gegen Jahreszeiten mit ihren natürlichen besonderen Gesundheitsbelastungen gibt es keine Impfung!
Es sind vielmehr andere Infektionserreger als die Influenzaviren: Bakterien, die eitrig Hals-und Nebenhöhlenentzündungen machen können, ein Heer von Bakterien und Viren die „banale“ Erkältungen, bei Risikopersonen aber durchaus schwerwiegend verlaufend, machen können. Das ist die Hauptzahl der Fälle die Fehlzeiten verursachen (und bei der Grippe-Statistik nicht oder nur nebenher werden). Bei unangemessener Symptenunterdrückung kann der Heilungsverlauf so gestört werden, dass noch wochenlang danach verminderte Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und erhöhte Anfälligkeit gegen andere Krankheiten fortbestehen können. Das ist etwas, was ich in meiern Praxis schon seit Jahren zunehmend beobachte.

Schuld sind nicht die Angesteckten, sondern die, die als Erkrankte die Weiterverbreitung (Ansteckung) leichtfertig ermöglichten. Das sollte uns bewusster werden, drum wiederhole ich es immr wieder.

Das gilt es zu durchbrechen. Die Faktoren, die man gerne in volks- und betriebswirtschaftlichen Berechnungen einbezieht, wenn es um Kostenvermeidung für Fehlzeiten geht, berücksichtigen viel zu wenig die Folgen der Nicht-Influenza-Erkrankungen, also der Hauptmenge. Impfen erscheint billig gegenüber dem, was die Firma und „Gesellschaft“ sparen könnte. Aber nur für einen gewissen Teil derjenigern, die an Grippe erkranken könnten. Doch es ist nach meiner Auffassung als Heilkundler, eine Unsitte, den Menschen, der ja individuell und persönlich krank wird, irgendwie mit Nutzen für das „Kapital“ verrechen zu wollen. Heilkunde ist nicht Wirtschahft.
Würde man einfache Maßnahmen ergreifen, die in Betrieben, und soweit möglich an anderen Stellen, bei denen Menschen dicht an dicht über Stunden zusammen sein müssen, Abwehr belastendem Stress verschiedener Art ausgesetzt sind, die Übertragung verringern helfen, so würde man nicht nur bei dem Teilaspekt Influenza neben dem Schutz des Menschen auch nebenher Kapitaleinterssen gerecht werden können.

Der ansteckend Erkrankte bleibt fern. Er lindert für sich keinesfalls die Symptome um dann – weiterhin eingeschränkt – zur Arbeit zu gehen seine Kollegen anstecken zu können. Die Lohnfortzahlung soll ermöglichen, das der einzelne Mensch angemessen genesen kann und bei Infektionen die anderen Mitarbeiter geschützt bleiben. Den Aspekt sollte man beachten.

Einfache Mittel: Die Unterweisung im richtigen Husten und Niesen, die Aufforderung zum Händewaschen, die Zur-Verfügung-Stellung leicht erreichbarer Händedesinfektionsmöglichkeiten, wenn Waschen nicht geht. Das Anbieten von Mund-Und Nasenschutz für die, die Husten und Niesen zuerst, für die anderen, wenn sie es wünschen.

Boxen mit Einmaltüchern und entsprechende Abwurfbehälter, damit man auch in diese Hineinhusten und Niesen (nicht nur Schnauben) kann und diese nach Einmalgebrauch (darauf ist zu achten) entsorgt. Händereinigen.

Das sind Kleinigkeiten mit wohl großer Wirkung und Sparpotential.

Ist das durch Studien belegt? Studien dazu würden Kosten bereiten, aber keinen oder wenig weiteren Nutzen bringen, denn große Umsätze, wie mit dem , sind nicht zusätzlich zu generieren. Studien, die allgemein nützlich sind, finden kaum Geldgeber, Studien zur Zulassung von Produkten zur Bahandlung und Vorbeugung von Krankheiten wegen ihrer Gewinnausichten sehr wohl. Und sie sind im Regelfall auch vorgeschrieben.

Ungleichheit der Mittel(verteilung)?

Nun weist auch das RKI auf die Infektionsvermeidung hin, wenn man weiss, wo man danach suchen muss:  https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Influenza/FAQ_Liste.html
Thema: Was sollten an Influenza Erkrankte beachten?

Grundsätzlich, weil ja längst nicht alle Influenzafälle zu erkennen sind, sollte immer der Symptomenträger einer "Erkältung" sich so verhalten, dass eine Weitergabe deutlich verringert wird. Und grundsätzlich kann auch der Geimpfte die Erreger ohne es zu merken weiter tragen. Wie auch selsbt erkranken. Deswegen muss klar sein: Sich geschützt zu fühlen durch die Impfung ist trügesich und kann tödlich sein, auch für den dennoch Angesteckten. Diese Information muss klipp und klar rüber kommen, so meine ich. Impfung erstezt weder Vorsicht noch Rücksicht!

Siehe auch:  https://heilkundeimkontext.blogspot.com/2019/02/heilkunde-fur-den-patienten-oder.html

Sonntag, 27. Januar 2019

Wie geht es dem "typischen" Heilpraktiker?

Wie ist es um den typischen Heilpraktiker bestellt?

Die Heilpraktiker sind in den letzten Jahren immer wieder zur Zielscheibe von Kritik, vor allen aus bestimmten Ärztekreisen geworden. Stellen sie wirklich eine Bedrohung dar? Spielen sie tatsächlich auch ein Rolle als wirtschaftlicher Faktor und bei den Patientenzahlen im Gesundheitsbereich? Es gab spektakuläre Fälle, auch von vermuteten Fehlverhaltensweisen, durch einige wenige Heilpraktiker, die aber als gute Verdiener erschienen.

Wie geht es dem „typischen“ Heilpraktiker wirklich?

Die Ausbeute im Internet bei der Suche nach statistischen Zahlen offizieller Quellen, z.b. Statistischen Bundesamt, ist sehr dürftig, und sie hinken immer der Zeit nach, was aber in der Natur der Sache liegt. Erschienen am 30. Januar 2013, Fachserie 12 Reihe 7.3.1, Personal im Gesundheitswesen:

Danach gab es im Jahre 2011 34.000 Heilpraktiker, davon 17.000, sind 48,6 in Teilzeittätigkeit. Es wird nicht unterschieden, wie viele davon „Vollheilpraktiker“ und wie viele mit beschränkter Erlaubnis tätig sind.

Nach einem Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, vom Mai 2016 zu „Solo-Selbständige in Deutschland – Strukturen und Erwerbsverläufe“ ergibt sich für das Jahr 2012, dass 30.400 Heilpraktiker ohne weitere Beschäftigte (solo selbständig) tätig waren. Das sind 90% aller erfassten Heilpraktiker und davon waren 60% in Teilzeit tätig.


Nach einer Steuerstatistik, erschienen 2015, gab es im Jahre 2010 bei Heilpraktikern 21.924 Steuerfälle. Diese Zahl ist von Jahr zu Jahr gestiegen. Die Zahl der Heilpraktiker nahm ständig zu.
Der durchschnittliche Einkommen betrug 18.733€. Die Einkünfte sanken gegenüber den Vorjahren bei steigender Zahl der Heilpraktiker. 2007 waren es noch 17.041 Heilpraktiker mit einem Einkommen von 20.571€ (jeweils Jahreseinkommen für die Steuer).

2001 wurden 11.121 Steuerfälle verzeichnet mit 20.828€ pro Fall im Durchschnitt. Seit 1998 stagnierten die Einkünfte um 20.000€, 2010 sanken sie deutlich.



Untersuchung und Aussagen zur Heilpraktikersituation aus Heilpraktiker- (Vereins-) Kreisen

Die Stiftung Deutscher Heilpraktiker hatte versucht mittels einem Fragebogen von 2016 und dessen statistischer Auswertung den typischen Heilpraktiker darzustellen. Im Internet nachzulesen mit Ergebnissen:


Die Umfrage war vielleicht betreffend den Mitglieder der Trägerverbände der Stiftung annähernd repräsentativ und bezog Mitglieder anderer Vereine mit ein. Dadurch das vorwiegend nur „Vollheilpraktiker“ zu den Mitgliedern gehören, kann sie nur auf diesen Personenkreis mögliche Aussagen zulassen. 84% Voll- zu 16 % sektoralen Heilpraktikern.

Bei den eingangs genannten „offiziellen“ Statistiken ist keine Unterscheidung möglich.

Die Fragebögen wurden über die jeweiligen Vereinszeitschriften bekannt gemacht und per Post oder Fax an die Stiftung geschickt werden. Eine online-Ausfüllung war auch möglich, wurde aber nun in geringem Umfang genutzt.

Das bedeutet: Im wesentlichen haben nur Heilpraktiker, die irgendwie diese Zeitschriften lesen konnten, zu einem der Vereine gehörten, eine Teilnahmechance. Anderen war die Umfrage eher nicht bekannt.

Damit ist die Umfrage allenfalls für diese Personen aussagekräftig. Es ist nicht bekannt, wie viele der vielen Heilpraktiker, es mögen 2016 weit über 30.000 gewesen sein da überhaupt repräsentativ erfasst werden konnten. Da es Doppelmitgliedschaften gibt, lässt sich über die jeweiligen Mitgliederzahlen der Vereine kaum erkenne, wie viele der Heilpraktiker sich überhaupt einen Verein zugehörig sehen und dessen Informationen beziehen.

1067 Personen schickten den Fragebogen zurück. Da das anonym erfolgen könnte, könnten Doppelte dabei sein und auch eine gewissen Lenkung erfolgen.

Von den Teilnehmenden gaben 32 % im Nebenerwerb tätig zu sein. Die eingangs genannten Statistiken nennen 48,6 als Teilzeittätige bzw. unter denen, die alleine arbeiten, 60 % als in Teilzeit tätig.

Lässt Fragen aufkommen.

Heilpraktiker arbeiten allein, als „Soloselbständige“

Die Stiftung nennt 81,1% als allein in der Praxis arbeitend, für 14,6 % werden Mitarbeiter verschiedener Art genannt. Und die restlichen rund 5%? Gemäß den Zahlen eingangs waren 2012 90 % aller Heilpraktiker Soloselbständige. Auch hier offene Fragen.

Vielleicht ergibt es sich daraus, was mit Vollerwerb oder Vollzeit oder Nebenerwerb oder Teilzeit gemein sein könnte: Frage 24 will wissen: Meine Praxis betreibe ich als Vollerwerb oder Nebenerwerb. Diese Frage lässt keine Antwort über den Zeitaufwand der Praxistätigkeit zu. Vollerwerb kann auch mit 20 Stunden (Teilzeit) erreicht werden, wenn das Einkommen als genügend angesehen wird. Auch ist nicht zu erkennen, ob Nebenerwerb bedeutet, dass weitere Berufe ausgeübt werden, die dann höhere Einkünfte oder mehr Arbeitszeit bedeuten als die Praxistätigkeit. Auch Vollerwerb schließt weitere (geringer einträgliche und weniger Zeit erfordernde) Tätigkeiten daneben ausgeübt werden. Es ist in Frage 27 zwar nach weiteren Tätigkeiten gefragt, die abrufbarer Auswertung sagt nichts dazu.

Wenn die Auswertung ergibt, dass 40% der im Vollerwerb tätigen davon nicht leben können, fragt es sich, wovon dann noch. Es gibt unter den tätigen Heilpraktikern auch Aufstocker nach Hartz IV, denen man keine andere einkommensstärkere Arbeit auch verschiedenen Gründen „zuweisen“ kann.

Es ist nicht klar, was überhaupt gemeint ist mit der Tätigkeit als Heilpraktiker, die hier erfasst werden soll. Ist es, und nur das dürfte es gemäß der Definition, wer sich Heilpraktiker nennen muss (der, der die Heilkunde ausübt) auch sein, die reine Ausübung der Umsatzsteuer befreiten Heilkunde? Wie viele der Antwortenden rechnen Kursegeben, Coaching, Lebensberatung, Kosmetikanwendungen, journalistische Tätigkeiten verschiedener Art (vom Bücherschreiben bis zum Betreiben eines Blogs) in ihre Heilpraktikertätigkeit ein, weil sie dabei die Berufsbezeichnung nennen oder und es in der Praxis tun? Auch Einkünfte durch den Vertrieb oder die Vermittlung von Waren und Dienstleistungen sind für Heilpraktiker nicht unüblich.

So wird die Aussage über Tätigkeit als Voll oder Nebenerwerb schon unsicher. Erst recht, über den Zeitlichen Umfang: Teilzeit oder Vollzeit.


Viele Heilpraktiker können von ihrer Arbeit nicht leben

Wie sieht es mit der Existenzsicherung durch die unklar definierte Heilpraktikertätigkeit aus? Schlecht. Das Nachrechnen der genannten Daten ergibt, dass 57% der als Heilpraktiker tätigen davon nicht leben können. Beim sogenannten Vollerwerb sind es 40% (s.o).

Mal zu den Einkünften: Der Fragebogen will das Durchschnittliche Wochenhonorar in einer typischen Woche wissen (Frage 17). Was ist das, eine typische Woche und was ist das typische Wochenhonorar? Ziemlich interpretationsanfällig. Wieviele Wochen im Jahr werden gearbeitet. Arbeitsfreie Wochen bringen kein Einkommen. Nur Ersatzweise kann man das Jahreshonorar angeben. Letzteres wäre (wie die eingangs genannte Steuerstatistik) tatsächlich aussagekräftiger und wenn man dann die Arbeitswochen pro Jahr angibt, kann man auch den Wochendurchschnitt rechnen. Andersherum aber nicht. Über das Einkommen des Heilpraktikers lässt diese Erhebung keine verwertbare Aussage zu.

Zweifelhaft ist auch die Darstellung des „Wochenhonorars“. Was soll das sein? Die erzielten Einnahmen pro „Patientenkontakt“, also nicht das (Brutto) Verdienst, das man erst nach Abzug der Kosten erhält (und diese unterschieden sich schon nach Aufwand)? Im Grunde wird über die Einkommenssituation dadurch nichts bekannt.

Allein schon die Größe der Praxis, die Miete usw. bestimmen, wie viel von Honorar als Einkommen verbleiben kann. Über die Kosten, die von Honorar bezahlt werden müssen lässt sich nichts entnahmen.

Wenig verwertbar ist die Aufgliederung des Wochenhonorars, für die Solotätigen, in jeweils 300€ Schritten. Man kann zwar entnehmen (wenn man nachrechnet), dass 58,8 % der Antwortenden weniger als 600€ in der typischen Woche als Honorar einnehmen. Jedoch sind diese 600 € nicht wie behauptet der Median, der 50% der darunter liegenden Werte von den 50 % der darüber liegenden Werte trennt. Die Hälfte der Antwortenden liegt unter diesen 600€. Leider wird nicht mitgeteilt, welcher Wert tatsächlich von der Hälfte nicht erreicht wird.

Man kann nur vermuten, wenn man die Zahlen betrachtet. 33,7 % der Heilpraktiker der Umfrage liegen unter 300€ in der Woche. Die 600€ erreichen gerade mal weitere 14,6% Der Median wird dann eher bei 450€ liegen als bei den falsch genannten 600€. Aufs Jahr berechnet bei 48 Wochen Praxiszeit: 21.600€ an Honorareinnahmen, von denen die Kosten noch abgehen müssen. Wenn das monatlich nur 500€ sind bleibt als Jahreseinkommen 16.600€ Brutto übrig. Davon dann ab 18% Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern – und was für die Altersvorsorge?

Die Fragen 19 und 20 nach der Erfüllung der wirtschaftlichen Erwartungen und der Zukunftssicht bringen keinen nachlesbaren Antworten. Auch nicht die Frage 18 nach den Umsatzentwicklungen der letzten Jahre. Ach nun heißt es Umsatz, vorher war nach Wochenhonorar gefragt, nirgendwo nach (allenfalls ersatzweise) nach Jahreseinkommen (Eingenommenes Honorar – Kosten). Ist Umsatz, der ja auch Warenverkauf usw. enthält, gleich zu setzten mit Honorar?

Der Median, also der Betrag, den 50% der Heilpraktiker der Umfrage gerade erreicht, liegt deutlich unter 600€, angeblich beträgt das Durchschnittshonorar (die Rohdaten fehlen, man kann nicht nachrechnen) – diesmal Durchschnittsverdienst genannt – bei 676,70€, also deutlich über dem Median des Wochenhonorars.

27 Personen mit über 1800 Wochenhonorar spielen eine große Rolle dabei, das Durchschnittsverdienst vieler anderer so hoch ausfallen zu lassen. Diese Durchschnittswert täuscht damit über die Tatsächlichen Verhältnisse hinweg.

Jedoch tatsächliche Einkommensaussagen sind schon deswegen nicht zu machen, weil verschiedene Begriffe unklar verwendet werden, um die Daten zu bezeichnen. Statistisch fehlerhaft. Mal Honorar, mal Umsatz, mal Einkommen.


Keine so große Nachfrage nach Heilpraktikerbehandlungen

Naturheilkunde ist angeblich in. Doch viele Menschen setzen da eher auf Selbstbehandlung, auf Hilfen aus dem Internet, als auf tatsächliche heilpraktikerfachliche Beratung.

Zu betrachten wären die Patientenkontakte, die die Praxen angeblich haben. Was ist das, ein Patientenkontakt? Wenn jemand anruft und einen Termin wünscht, ist das schon ein gemeinter Patientenkontakt? Eine Nachfrage betreffend einer Medikamenteneinnahme, ist das schon ein zählender Patientenkontakt? Die Frage 16 lässt völlig offen, was damit gemeint sein könnte. Im Grunde sind die Antworten dann nicht verwertbar. Patientenkontakt bedeutet auch nicht die Zahl verschiedener Patienten. Da sind auch Wiederholungsbesuche dabei. Manche Patienten haben "Behandlungsserien".

Es errechnet sich, dass 71,7 % der Vollerwerbler und 90 % der Nebenerwerbler weniger als 30 Patientenkontakte in der Woche haben. Warum gliedert man nicht in 10 er-Schritten auf, damit man den Median, als den Wert den die Hälfte der Antwortenden unterschreitet erkennen kann? Der Median wird gar nicht genannt nur ein nicht nachprüfbarer (Rohdaten nicht aufgeführt) Durchschnittswert, der deutlich unter 30 Kontakten liegt: 21,8. Wenn man die Verzerrungen, die hier durch wenige Praxen mit hohen Kontaktzahlen (wie beim Honorar) entstehen denkt, wird die Hälfte aller Antwortenden eher unter 15 Patientenkontakte pro Woche haben.

Man rechnet bei der Stiftung auf 46 Arbeitswochen hoch und vermutet eine Kontaktzahl von 1003 pro Heilpraktiker. Wenn die Hälfte tatsächlich maximal auf 15 kommt, so wären das gerade mal 690. Und spekulieren wir mal weiter: In einer Woche mit 5 Arbeitstagen wären das pro Tag 3 Patientenkontakte. Das sind aber nicht Behandlungsverrichtungen, vielleicht nur kurze Telefongespräche. Wie wenig pro Tag arbeitet dann ein Heilpraktiker? Verwundert es dann, wenn viele, darunter auch viele die von der Umfrage gar nicht erfasst wurden, nur im Nebenerwerb, vielleich nur als Teilzeit mit wenigen Praxisstunden die Woche arbeiten (können)?

Ach ja, die Zahl der typischen Praxisstunden pro Woche (angegebene Sprechzeiten) sind nirgendwo zu finde, wurden auch gar nicht hinterfragt.

Fazit:

Der Eindruck des Autors dieser Überlegungen ist, dass eher eine Beschönigung der Situation im Heilpraktikerberuf gesucht wurde als eine wirkliche Bestandsaufnahme. Die würde vielleicht so manchen davon abschrecken, überhaupt in diesen von gewerblichen Ausbildungsanbietern nicht selten als lukrativ bezeichneten Beruf gehen zu wollen.

Gedl wird eher mit Ausbildungen zum Heilpraktiker und mit Kursen für Therapien sowie Fortbildungen verdient, als durch die Ausübung der Heilkunde als Heilpraktiker. Auch diejenigen, die den Heilpraktikern helfen wollen, sich besser werbend darzustellen und so aus dem nicht wirklich großen "Kuchen" ein etwas größerses Stück zu bekommen, verdienen.

Und dann? So mancher Heilpraktiker versucht über mögclichst spektakulär erscheinende "Heilmethoden" den suchenden Patienten (wie viele gibt es wirklich?) zu sich zu ziehen. Das führt dann immer wieder dazu, dass eher Abschreckung erzeugt wird, weil irgendwie die Glaubwürdigkeit schwindet. Letztlich Sachden für alle entsteht. Und dann die "Hetzterei"  (oft aus Kreisen, die gar keine Heilkunde ausüben) gegen die Schulmedizin, das Untergraben von Vertrauen in Ärzte, die wirkt nicht wirklich Vertrauen steigernd für Heilpraktiker - so wie sich manche Ärztegruppen eher als Misstrauensvermehrer gegen die Schulmedizin, bei der evidenz nicht wirklich Wirksamkeit im Behandlungsfall bedeutet, betätigen. 

Dann noch die absurden Ideen, dem möglichen Patienten darzustellen, Naturheilkunde, vor allem auch Homöopathie (mit Akupunktur macht man das nicht, aber mit Akupressur), wäre etwas für Leien, macht man einfach selsbt. Genügend Anleitungsbücher dazu gibt es ja. Geschrieben auch von Heilpraktikern, die Zusatzverdienst brauchen?

Daraus entsteht dann das Verschleppen wichtiger Therapien, weil ja der Laien kaum Gefahren und Notwendigkeiten zu erkennen vermag. Aber Heilpraktiker müssen - gemäß den gefahrenabwehrenden Überprüfungen - das können. Deswegen geht die Gefahr des Übersehens und Verschleppens bedrohlicher Erkrankungszustände nicht vom Heilpraktiker aus, wie das aus bestimmten Ärztekreisen gerne behauptet wird. Die Gefahr geht von denen aus, die zu Selbstbehandlungen anregen.

Angst müssen Ärzte nicht davor haben, dass ihnen die Heilpraktiker die Butter vom Brot nehmen. Sie müssen nur verärgert sein, wenn aus deren Kreisen gegen Ärzte ungerechtfertigt gewettert wie (wie auch umgekehrt). Das Problem für bestimmte "Heilpraktikerfeinde" unter den Ärzten sind die Ärzte selbst, die Naturheilverfahren Homöopathie und andere Erfahrungsmedizin anbieten und damit zeigen, dass es durchaus Behandlungsalternativen neben Chemie geben kann. Im Grunde geht es um diese Verfahren, nicht die Heilpraktiker, die diese Interessengruppen unter den Ärzten weg haben wollen.

(c) K.-U.Pagel 01. 2019 




Nachtrag 29.01.2019 

Analysieren wir mal die Daten der Stiftungs-Erhebung zum Einkommen:

Zwischen 600€ und 900€ pro Woche (und mehr) nehmen rund 41%aller Heilpraktiker ein. Das sind auf Jahr gerechnet beim 48 Arbeitswochen (wer kann sich schon längeren Urlaub leisten, wenn da kein Einkommen erzielt wird und nur Kosten weiterlaufen?): bei tatsächlich 900€ die Woche 42.300€ oder im Monat: 3.600€. Allerdings erreichen das längst nicht alle in dieser Gruppe.

Viele davon haben mehr als 600€ aber deutlich weniger als 900€ Einnahmen pro Woche. Rechnen wir mal mit 610€: Monatseinnahmen 2.440€.

Da zeigt sich schon, wie wenig aussagekräftig die Einteilung von Einnahmegruppen dieser Statistik für die Lebensverhältnisse ist.

Jedoch: Es gibt keine Lohnfortzahlung im Urlaub und bei Krankheit. Keine Prämien, keine hälftige Zahlung des Arbeitgebers zur Kranken-, Pflege- und Altersversicherung. Dazu finanziert der Heilpraktiker sowohl die Praxis und deren Unterhalt, wie auch alle Verbrauchskosten von seinen Einnahmen. Bei einer angemieteten Praxis, die den Anforderungen an die Tätigkeit genügt, mit Strom-, Heiz- und anderen Nebenkosten, Praxis-Haftpflicht-Versicherung, Verbrauchsmaterialien vom Porto bis Kanülen und Reinigungsmitteln, Telefon, Reparaturen, Fortbildungskosten u.a. mehr kommen da pro umgerechnet Monat mindestens 1.200€ zusammen. Die Hauptkosten unterscheiden sich kaum ob man mehr oder weniger an Einnahmen erzielt. (Vielleicht zwischen 1.100€ und 1.300€)

Beim 900€ Einnehmer verbleiben Brutto: 2.400€, beim 610€ Einnehmer: 1.200€. Davon gehen rund 18 % an Kosten für freiw.Kranken-und Pflegeversicherung ab. Von den verbleibenden rund 1.950€ oder 1.000€ gehen Steuern ab und muss irgendetwas zur Seite gelegt werden für evt. Urlaubs- oder Krankheitstage. Bleibt dann noch was als Rücklagen fürs Alter? Zum Glück (?) müssen keine rund 19% Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden.

Nach der Statistik geht es rund 58% der Heilpraktiker (mit bis zu 600€ Wocheneinnahme) noch schlechter.

Ja, es gibt danach auch knapp 5% der Heilpraktiker, die auf den Monat umgerechnet auf rund 8.500€ Einnahmen kommen. Da ist dann auch Urlaub leichter möglich.