Sonntag, 27. Januar 2019

Wie geht es dem "typischen" Heilpraktiker?

Wie ist es um den typischen Heilpraktiker bestellt?

Die Heilpraktiker sind in den letzten Jahren immer wieder zur Zielscheibe von Kritik, vor allen aus bestimmten Ärztekreisen geworden. Stellen sie wirklich eine Bedrohung dar? Spielen sie tatsächlich auch ein Rolle als wirtschaftlicher Faktor und bei den Patientenzahlen im Gesundheitsbereich? Es gab spektakuläre Fälle, auch von vermuteten Fehlverhaltensweisen, durch einige wenige Heilpraktiker, die aber als gute Verdiener erschienen.

Wie geht es dem „typischen“ Heilpraktiker wirklich?

Die Ausbeute im Internet bei der Suche nach statistischen Zahlen offizieller Quellen, z.b. Statistischen Bundesamt, ist sehr dürftig, und sie hinken immer der Zeit nach, was aber in der Natur der Sache liegt. Erschienen am 30. Januar 2013, Fachserie 12 Reihe 7.3.1, Personal im Gesundheitswesen:

Danach gab es im Jahre 2011 34.000 Heilpraktiker, davon 17.000, sind 48,6 in Teilzeittätigkeit. Es wird nicht unterschieden, wie viele davon „Vollheilpraktiker“ und wie viele mit beschränkter Erlaubnis tätig sind.

Nach einem Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, vom Mai 2016 zu „Solo-Selbständige in Deutschland – Strukturen und Erwerbsverläufe“ ergibt sich für das Jahr 2012, dass 30.400 Heilpraktiker ohne weitere Beschäftigte (solo selbständig) tätig waren. Das sind 90% aller erfassten Heilpraktiker und davon waren 60% in Teilzeit tätig.


Nach einer Steuerstatistik, erschienen 2015, gab es im Jahre 2010 bei Heilpraktikern 21.924 Steuerfälle. Diese Zahl ist von Jahr zu Jahr gestiegen. Die Zahl der Heilpraktiker nahm ständig zu.
Der durchschnittliche Einkommen betrug 18.733€. Die Einkünfte sanken gegenüber den Vorjahren bei steigender Zahl der Heilpraktiker. 2007 waren es noch 17.041 Heilpraktiker mit einem Einkommen von 20.571€ (jeweils Jahreseinkommen für die Steuer).

2001 wurden 11.121 Steuerfälle verzeichnet mit 20.828€ pro Fall im Durchschnitt. Seit 1998 stagnierten die Einkünfte um 20.000€, 2010 sanken sie deutlich.



Untersuchung und Aussagen zur Heilpraktikersituation aus Heilpraktiker- (Vereins-) Kreisen

Die Stiftung Deutscher Heilpraktiker hatte versucht mittels einem Fragebogen von 2016 und dessen statistischer Auswertung den typischen Heilpraktiker darzustellen. Im Internet nachzulesen mit Ergebnissen:


Die Umfrage war vielleicht betreffend den Mitglieder der Trägerverbände der Stiftung annähernd repräsentativ und bezog Mitglieder anderer Vereine mit ein. Dadurch das vorwiegend nur „Vollheilpraktiker“ zu den Mitgliedern gehören, kann sie nur auf diesen Personenkreis mögliche Aussagen zulassen. 84% Voll- zu 16 % sektoralen Heilpraktikern.

Bei den eingangs genannten „offiziellen“ Statistiken ist keine Unterscheidung möglich.

Die Fragebögen wurden über die jeweiligen Vereinszeitschriften bekannt gemacht und per Post oder Fax an die Stiftung geschickt werden. Eine online-Ausfüllung war auch möglich, wurde aber nun in geringem Umfang genutzt.

Das bedeutet: Im wesentlichen haben nur Heilpraktiker, die irgendwie diese Zeitschriften lesen konnten, zu einem der Vereine gehörten, eine Teilnahmechance. Anderen war die Umfrage eher nicht bekannt.

Damit ist die Umfrage allenfalls für diese Personen aussagekräftig. Es ist nicht bekannt, wie viele der vielen Heilpraktiker, es mögen 2016 weit über 30.000 gewesen sein da überhaupt repräsentativ erfasst werden konnten. Da es Doppelmitgliedschaften gibt, lässt sich über die jeweiligen Mitgliederzahlen der Vereine kaum erkenne, wie viele der Heilpraktiker sich überhaupt einen Verein zugehörig sehen und dessen Informationen beziehen.

1067 Personen schickten den Fragebogen zurück. Da das anonym erfolgen könnte, könnten Doppelte dabei sein und auch eine gewissen Lenkung erfolgen.

Von den Teilnehmenden gaben 32 % im Nebenerwerb tätig zu sein. Die eingangs genannten Statistiken nennen 48,6 als Teilzeittätige bzw. unter denen, die alleine arbeiten, 60 % als in Teilzeit tätig.

Lässt Fragen aufkommen.

Heilpraktiker arbeiten allein, als „Soloselbständige“

Die Stiftung nennt 81,1% als allein in der Praxis arbeitend, für 14,6 % werden Mitarbeiter verschiedener Art genannt. Und die restlichen rund 5%? Gemäß den Zahlen eingangs waren 2012 90 % aller Heilpraktiker Soloselbständige. Auch hier offene Fragen.

Vielleicht ergibt es sich daraus, was mit Vollerwerb oder Vollzeit oder Nebenerwerb oder Teilzeit gemein sein könnte: Frage 24 will wissen: Meine Praxis betreibe ich als Vollerwerb oder Nebenerwerb. Diese Frage lässt keine Antwort über den Zeitaufwand der Praxistätigkeit zu. Vollerwerb kann auch mit 20 Stunden (Teilzeit) erreicht werden, wenn das Einkommen als genügend angesehen wird. Auch ist nicht zu erkennen, ob Nebenerwerb bedeutet, dass weitere Berufe ausgeübt werden, die dann höhere Einkünfte oder mehr Arbeitszeit bedeuten als die Praxistätigkeit. Auch Vollerwerb schließt weitere (geringer einträgliche und weniger Zeit erfordernde) Tätigkeiten daneben ausgeübt werden. Es ist in Frage 27 zwar nach weiteren Tätigkeiten gefragt, die abrufbarer Auswertung sagt nichts dazu.

Wenn die Auswertung ergibt, dass 40% der im Vollerwerb tätigen davon nicht leben können, fragt es sich, wovon dann noch. Es gibt unter den tätigen Heilpraktikern auch Aufstocker nach Hartz IV, denen man keine andere einkommensstärkere Arbeit auch verschiedenen Gründen „zuweisen“ kann.

Es ist nicht klar, was überhaupt gemeint ist mit der Tätigkeit als Heilpraktiker, die hier erfasst werden soll. Ist es, und nur das dürfte es gemäß der Definition, wer sich Heilpraktiker nennen muss (der, der die Heilkunde ausübt) auch sein, die reine Ausübung der Umsatzsteuer befreiten Heilkunde? Wie viele der Antwortenden rechnen Kursegeben, Coaching, Lebensberatung, Kosmetikanwendungen, journalistische Tätigkeiten verschiedener Art (vom Bücherschreiben bis zum Betreiben eines Blogs) in ihre Heilpraktikertätigkeit ein, weil sie dabei die Berufsbezeichnung nennen oder und es in der Praxis tun? Auch Einkünfte durch den Vertrieb oder die Vermittlung von Waren und Dienstleistungen sind für Heilpraktiker nicht unüblich.

So wird die Aussage über Tätigkeit als Voll oder Nebenerwerb schon unsicher. Erst recht, über den Zeitlichen Umfang: Teilzeit oder Vollzeit.


Viele Heilpraktiker können von ihrer Arbeit nicht leben

Wie sieht es mit der Existenzsicherung durch die unklar definierte Heilpraktikertätigkeit aus? Schlecht. Das Nachrechnen der genannten Daten ergibt, dass 57% der als Heilpraktiker tätigen davon nicht leben können. Beim sogenannten Vollerwerb sind es 40% (s.o).

Mal zu den Einkünften: Der Fragebogen will das Durchschnittliche Wochenhonorar in einer typischen Woche wissen (Frage 17). Was ist das, eine typische Woche und was ist das typische Wochenhonorar? Ziemlich interpretationsanfällig. Wieviele Wochen im Jahr werden gearbeitet. Arbeitsfreie Wochen bringen kein Einkommen. Nur Ersatzweise kann man das Jahreshonorar angeben. Letzteres wäre (wie die eingangs genannte Steuerstatistik) tatsächlich aussagekräftiger und wenn man dann die Arbeitswochen pro Jahr angibt, kann man auch den Wochendurchschnitt rechnen. Andersherum aber nicht. Über das Einkommen des Heilpraktikers lässt diese Erhebung keine verwertbare Aussage zu.

Zweifelhaft ist auch die Darstellung des „Wochenhonorars“. Was soll das sein? Die erzielten Einnahmen pro „Patientenkontakt“, also nicht das (Brutto) Verdienst, das man erst nach Abzug der Kosten erhält (und diese unterschieden sich schon nach Aufwand)? Im Grunde wird über die Einkommenssituation dadurch nichts bekannt.

Allein schon die Größe der Praxis, die Miete usw. bestimmen, wie viel von Honorar als Einkommen verbleiben kann. Über die Kosten, die von Honorar bezahlt werden müssen lässt sich nichts entnahmen.

Wenig verwertbar ist die Aufgliederung des Wochenhonorars, für die Solotätigen, in jeweils 300€ Schritten. Man kann zwar entnehmen (wenn man nachrechnet), dass 58,8 % der Antwortenden weniger als 600€ in der typischen Woche als Honorar einnehmen. Jedoch sind diese 600 € nicht wie behauptet der Median, der 50% der darunter liegenden Werte von den 50 % der darüber liegenden Werte trennt. Die Hälfte der Antwortenden liegt unter diesen 600€. Leider wird nicht mitgeteilt, welcher Wert tatsächlich von der Hälfte nicht erreicht wird.

Man kann nur vermuten, wenn man die Zahlen betrachtet. 33,7 % der Heilpraktiker der Umfrage liegen unter 300€ in der Woche. Die 600€ erreichen gerade mal weitere 14,6% Der Median wird dann eher bei 450€ liegen als bei den falsch genannten 600€. Aufs Jahr berechnet bei 48 Wochen Praxiszeit: 21.600€ an Honorareinnahmen, von denen die Kosten noch abgehen müssen. Wenn das monatlich nur 500€ sind bleibt als Jahreseinkommen 16.600€ Brutto übrig. Davon dann ab 18% Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern – und was für die Altersvorsorge?

Die Fragen 19 und 20 nach der Erfüllung der wirtschaftlichen Erwartungen und der Zukunftssicht bringen keinen nachlesbaren Antworten. Auch nicht die Frage 18 nach den Umsatzentwicklungen der letzten Jahre. Ach nun heißt es Umsatz, vorher war nach Wochenhonorar gefragt, nirgendwo nach (allenfalls ersatzweise) nach Jahreseinkommen (Eingenommenes Honorar – Kosten). Ist Umsatz, der ja auch Warenverkauf usw. enthält, gleich zu setzten mit Honorar?

Der Median, also der Betrag, den 50% der Heilpraktiker der Umfrage gerade erreicht, liegt deutlich unter 600€, angeblich beträgt das Durchschnittshonorar (die Rohdaten fehlen, man kann nicht nachrechnen) – diesmal Durchschnittsverdienst genannt – bei 676,70€, also deutlich über dem Median des Wochenhonorars.

27 Personen mit über 1800 Wochenhonorar spielen eine große Rolle dabei, das Durchschnittsverdienst vieler anderer so hoch ausfallen zu lassen. Diese Durchschnittswert täuscht damit über die Tatsächlichen Verhältnisse hinweg.

Jedoch tatsächliche Einkommensaussagen sind schon deswegen nicht zu machen, weil verschiedene Begriffe unklar verwendet werden, um die Daten zu bezeichnen. Statistisch fehlerhaft. Mal Honorar, mal Umsatz, mal Einkommen.


Keine so große Nachfrage nach Heilpraktikerbehandlungen

Naturheilkunde ist angeblich in. Doch viele Menschen setzen da eher auf Selbstbehandlung, auf Hilfen aus dem Internet, als auf tatsächliche heilpraktikerfachliche Beratung.

Zu betrachten wären die Patientenkontakte, die die Praxen angeblich haben. Was ist das, ein Patientenkontakt? Wenn jemand anruft und einen Termin wünscht, ist das schon ein gemeinter Patientenkontakt? Eine Nachfrage betreffend einer Medikamenteneinnahme, ist das schon ein zählender Patientenkontakt? Die Frage 16 lässt völlig offen, was damit gemeint sein könnte. Im Grunde sind die Antworten dann nicht verwertbar. Patientenkontakt bedeutet auch nicht die Zahl verschiedener Patienten. Da sind auch Wiederholungsbesuche dabei. Manche Patienten haben "Behandlungsserien".

Es errechnet sich, dass 71,7 % der Vollerwerbler und 90 % der Nebenerwerbler weniger als 30 Patientenkontakte in der Woche haben. Warum gliedert man nicht in 10 er-Schritten auf, damit man den Median, als den Wert den die Hälfte der Antwortenden unterschreitet erkennen kann? Der Median wird gar nicht genannt nur ein nicht nachprüfbarer (Rohdaten nicht aufgeführt) Durchschnittswert, der deutlich unter 30 Kontakten liegt: 21,8. Wenn man die Verzerrungen, die hier durch wenige Praxen mit hohen Kontaktzahlen (wie beim Honorar) entstehen denkt, wird die Hälfte aller Antwortenden eher unter 15 Patientenkontakte pro Woche haben.

Man rechnet bei der Stiftung auf 46 Arbeitswochen hoch und vermutet eine Kontaktzahl von 1003 pro Heilpraktiker. Wenn die Hälfte tatsächlich maximal auf 15 kommt, so wären das gerade mal 690. Und spekulieren wir mal weiter: In einer Woche mit 5 Arbeitstagen wären das pro Tag 3 Patientenkontakte. Das sind aber nicht Behandlungsverrichtungen, vielleicht nur kurze Telefongespräche. Wie wenig pro Tag arbeitet dann ein Heilpraktiker? Verwundert es dann, wenn viele, darunter auch viele die von der Umfrage gar nicht erfasst wurden, nur im Nebenerwerb, vielleich nur als Teilzeit mit wenigen Praxisstunden die Woche arbeiten (können)?

Ach ja, die Zahl der typischen Praxisstunden pro Woche (angegebene Sprechzeiten) sind nirgendwo zu finde, wurden auch gar nicht hinterfragt.

Fazit:

Der Eindruck des Autors dieser Überlegungen ist, dass eher eine Beschönigung der Situation im Heilpraktikerberuf gesucht wurde als eine wirkliche Bestandsaufnahme. Die würde vielleicht so manchen davon abschrecken, überhaupt in diesen von gewerblichen Ausbildungsanbietern nicht selten als lukrativ bezeichneten Beruf gehen zu wollen.

Gedl wird eher mit Ausbildungen zum Heilpraktiker und mit Kursen für Therapien sowie Fortbildungen verdient, als durch die Ausübung der Heilkunde als Heilpraktiker. Auch diejenigen, die den Heilpraktikern helfen wollen, sich besser werbend darzustellen und so aus dem nicht wirklich großen "Kuchen" ein etwas größerses Stück zu bekommen, verdienen.

Und dann? So mancher Heilpraktiker versucht über mögclichst spektakulär erscheinende "Heilmethoden" den suchenden Patienten (wie viele gibt es wirklich?) zu sich zu ziehen. Das führt dann immer wieder dazu, dass eher Abschreckung erzeugt wird, weil irgendwie die Glaubwürdigkeit schwindet. Letztlich Sachden für alle entsteht. Und dann die "Hetzterei"  (oft aus Kreisen, die gar keine Heilkunde ausüben) gegen die Schulmedizin, das Untergraben von Vertrauen in Ärzte, die wirkt nicht wirklich Vertrauen steigernd für Heilpraktiker - so wie sich manche Ärztegruppen eher als Misstrauensvermehrer gegen die Schulmedizin, bei der evidenz nicht wirklich Wirksamkeit im Behandlungsfall bedeutet, betätigen. 

Dann noch die absurden Ideen, dem möglichen Patienten darzustellen, Naturheilkunde, vor allem auch Homöopathie (mit Akupunktur macht man das nicht, aber mit Akupressur), wäre etwas für Leien, macht man einfach selsbt. Genügend Anleitungsbücher dazu gibt es ja. Geschrieben auch von Heilpraktikern, die Zusatzverdienst brauchen?

Daraus entsteht dann das Verschleppen wichtiger Therapien, weil ja der Laien kaum Gefahren und Notwendigkeiten zu erkennen vermag. Aber Heilpraktiker müssen - gemäß den gefahrenabwehrenden Überprüfungen - das können. Deswegen geht die Gefahr des Übersehens und Verschleppens bedrohlicher Erkrankungszustände nicht vom Heilpraktiker aus, wie das aus bestimmten Ärztekreisen gerne behauptet wird. Die Gefahr geht von denen aus, die zu Selbstbehandlungen anregen.

Angst müssen Ärzte nicht davor haben, dass ihnen die Heilpraktiker die Butter vom Brot nehmen. Sie müssen nur verärgert sein, wenn aus deren Kreisen gegen Ärzte ungerechtfertigt gewettert wie (wie auch umgekehrt). Das Problem für bestimmte "Heilpraktikerfeinde" unter den Ärzten sind die Ärzte selbst, die Naturheilverfahren Homöopathie und andere Erfahrungsmedizin anbieten und damit zeigen, dass es durchaus Behandlungsalternativen neben Chemie geben kann. Im Grunde geht es um diese Verfahren, nicht die Heilpraktiker, die diese Interessengruppen unter den Ärzten weg haben wollen.

(c) K.-U.Pagel 01. 2019 




Nachtrag 29.01.2019 

Analysieren wir mal die Daten der Stiftungs-Erhebung zum Einkommen:

Zwischen 600€ und 900€ pro Woche (und mehr) nehmen rund 41%aller Heilpraktiker ein. Das sind auf Jahr gerechnet beim 48 Arbeitswochen (wer kann sich schon längeren Urlaub leisten, wenn da kein Einkommen erzielt wird und nur Kosten weiterlaufen?): bei tatsächlich 900€ die Woche 42.300€ oder im Monat: 3.600€. Allerdings erreichen das längst nicht alle in dieser Gruppe.

Viele davon haben mehr als 600€ aber deutlich weniger als 900€ Einnahmen pro Woche. Rechnen wir mal mit 610€: Monatseinnahmen 2.440€.

Da zeigt sich schon, wie wenig aussagekräftig die Einteilung von Einnahmegruppen dieser Statistik für die Lebensverhältnisse ist.

Jedoch: Es gibt keine Lohnfortzahlung im Urlaub und bei Krankheit. Keine Prämien, keine hälftige Zahlung des Arbeitgebers zur Kranken-, Pflege- und Altersversicherung. Dazu finanziert der Heilpraktiker sowohl die Praxis und deren Unterhalt, wie auch alle Verbrauchskosten von seinen Einnahmen. Bei einer angemieteten Praxis, die den Anforderungen an die Tätigkeit genügt, mit Strom-, Heiz- und anderen Nebenkosten, Praxis-Haftpflicht-Versicherung, Verbrauchsmaterialien vom Porto bis Kanülen und Reinigungsmitteln, Telefon, Reparaturen, Fortbildungskosten u.a. mehr kommen da pro umgerechnet Monat mindestens 1.200€ zusammen. Die Hauptkosten unterscheiden sich kaum ob man mehr oder weniger an Einnahmen erzielt. (Vielleicht zwischen 1.100€ und 1.300€)

Beim 900€ Einnehmer verbleiben Brutto: 2.400€, beim 610€ Einnehmer: 1.200€. Davon gehen rund 18 % an Kosten für freiw.Kranken-und Pflegeversicherung ab. Von den verbleibenden rund 1.950€ oder 1.000€ gehen Steuern ab und muss irgendetwas zur Seite gelegt werden für evt. Urlaubs- oder Krankheitstage. Bleibt dann noch was als Rücklagen fürs Alter? Zum Glück (?) müssen keine rund 19% Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden.

Nach der Statistik geht es rund 58% der Heilpraktiker (mit bis zu 600€ Wocheneinnahme) noch schlechter.

Ja, es gibt danach auch knapp 5% der Heilpraktiker, die auf den Monat umgerechnet auf rund 8.500€ Einnahmen kommen. Da ist dann auch Urlaub leichter möglich.